Im Test: The 3rd Birthday (PSP)

Die vergangenen Konsolengenerationen hatten viele Spielereihen hervorgebracht, die irgendwann in der Versenkung verschwanden. Doch gerade in letzter Zeit kommt es immer wieder vor, dass sich Entwickler und Publisher auf diese Klassiker beziehen und Fortsetzungen, Remakes oder Reboots der Reihen veröffentlichen. Im Falle von The 3rd Birthday handelt es sich um ersteres, da der 3rd-Person-Shooter für die Sony PSP den Nachfolger zu den beiden Parasite Eve-Teilen für die PSone darstellt. Passend zum 15. Jubiläum der Reihe kehrt Titelheldin Aya Brea also in die Videospielwelt zurück und stellt sich erneut Monstern entgegen, um die Welt zu retten.

Damit sind wir auch schon bei der Story von The 3rd Birthday, die gleichzeitig auch den größten Motivationsfaktor des Titels ausmacht. Manhattan wurde von plötzlich auftauchenden tentakelartigen Ungetümen zerstört, die nun die gesamte Welt bedrohen. Die einzige Person die, die Vernichtung der Menschheit verhindern kann ist Aya Brea, die dank ihrer besonderen Fähigkeiten und einer speziellen Maschine gewissermaßen in die Vergangenheit reisen kann. Dort soll sie verhindern, dass es zu dieser Katastrophe kommt. Allerdings reist sie nicht körperlich in der Zeit zurück, sondern übernimmt die Kontrolle über andere Personen. Diese Fähigkeit hört auf den Namen „Overdrive“ und ist gleichzeitig auch das wichtigste Spielelement von The 3rd Birthday.

So könnt ihr mit Hilfe des Overdrives zwischen euren NPC-Kameraden wechseln. Dadurch gelangt ihr nicht nur an Orte, die ihr sonst nicht erreichen würdet, sondern verfügt so auch über unterschiedliche Waffen. So trägt jeder der Soldaten, die mit euch gegen die Monster kämpfen eine andere Waffe und nur wenn ihr in den jeweiligen Körper der richtigen Person springt, könnt auch ihr diese Waffe kontrollieren. Dazu kommen drei weitere Waffen, die ihr zu Beginn jeder Mission und an den Speicherpunkten wechseln könnt. Der Overdrive ist aber nicht nur zum Wechseln der besonderen Waffenfähigkeiten und des Standorts wichtig, sondern hilft euch auch während der imposanten Bosskämpfe. Nur wenn ihr gekonnt zwischen den einzelnen NPCs hin und her springt, könnt ihr der Aufmerksamkeit der Bosse entgehen und habt eine Chance auf den Sieg. Dabei fordern euch gerade diese sehr gut inszenierten Kämpfe enorm und benötigen nicht selten mehrere Anläufe. Dennoch gehören sie zu einem der großen Pluspunkte des Titels.

Nicht dazu gehört der eher unausgegorene Schwierigkeitsgrad. So kommt es vor, dass ihr in einem Abschnitt keine Schwierigkeit haben werdet die Gegner auszuschalten, nur um kurz darauf in einen Bereich zu kommen an dem ihr euch die Zähne aus beißt und erst nach mehreren Versuchen einen Erfolg zu verbuchen habt. Durch die häufig eher schlecht gesetzten Checkpoints kann es dabei schnell zu Frust kommen. Immer wieder müsst ihr mehrere Abschnitte erneut absolvieren. Hier wären fairer gesetzte Rücksetzpunkte besser gewesen.

The 3rd Birthday ist übrigens, wie bereits erwähnt, in lineare Missionen unterteilt. Diese bestehen wiederum aus mehreren Abschnitten in denen ihr fast immer erst alle Gegner ausschalten müsst, bevor ihr weiter gehen könnt. Die Missionen werden mit Zwischensequenzen und Abschnitten in der Basis miteinander verbunden.

Wie für die Parasite Eve-Reihe üblich, verfügt auch The 3rd Birthday über Rollenspiel-Elemente. So verbessern sich die Waffenfähigkeiten von Aya durch die Nutzung der jeweiligen Waffe. Außerdem findet ihr in den einzelnen Levels DNA-Proben, mit deren Hilfe Aya neue Fertigkeiten und Talente erlernt. Hier erlangt der eigentlich recht simple 3rd-Person-Shooter einen gewissen Tiefgang, der den Titel etwas hervorhebt. Die ebenfalls in bestimmten Abständen freischaltbare neue Kleidung für Aya hat spielerisch allerdings keinen Nutzen, sondern sorgt nur dafür, dass die Titelheldin anders aussieht.

Auf der technischen Seite zeigt SquareEnix mit The 3rd Birthday wieder einmal, was auf der PSP teilweise möglich ist. Gerade die Zwischensequenzen sehen wieder einmal sehr gut auf dem Handheld aus. Die Spielgrafik ist dagegen zwar meist gut gelungen, hat aber auch einige Momente in denen sie sichtbar schwächelt. Grafisches Highlight sind klar die Bosskämpfe. Der Sound steht dem in nichts nach und kann weitgehend überzeugen, auch wenn die Musik nicht bewusst im Kopf hängen bleibt. Dafür gehört die Steuerung, wie so oft auf der PSP zu einem der großen Mankos von The 3rd Birthday. Zwar lässt sich der Titel insgesamt recht gut spielen, wirklich perfekt ist die Bedienung aber auch nicht gerade. Gerade die Kamera sorgt immer wieder für Probleme.

Fazit

The 3rd Birthday ist ganz sicher kein schlechtes Spiel und dürfte zu den besten Titel gehören, welche die PSP in ihren letzten Atemzügen noch spendiert bekommt. Ein wirkliches Top-Spiel ist der 3rd-Person-Shooter von SquareEnix aber auch nicht. Gerade der unausgegorene Schwierigkeitsgrad und die zickige Kamera senken den Spielspaß immer wieder und sorgen für Frustmomente. Dafür kann die wirklich gute Story überzeugen und verführt zum Weiterspielen des Titels, sofern es euch gelingt über die ersten Stunden hinweg zu kommen.

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