Im Test: Sports Island 3D (3DS)

Auf anderen Konsolen hat Hudson mit der Reihe Sports Island die Spieler bereits etliche Sportarten absolvieren lassen. Nun ist also auch der Nintendo 3DS an der Reihe und man schickt die virtuellen Athleten in die dritte Dimension. Sportsfreunde, wir haben für euch in unserem Test zu Sports Island 3D herausgefunden, was der Titel tatsächlich taugt.

Sportlich soll es werden, sobald man das Modul Sports Island 3D in den 3DS eingelegt hat. Man kann nach dem Start des Titels zwar auch sofort in die einzelnen Sportarten einsteigen und in einem offenen oder zufälligen Match die insgesamt zehn Sportarten ausprobieren, das Herzstück des Titels stellt aber die Meisterschaft dar. Hier ist das Ziel sich in Duellen mit anderen Teams auf der Rangliste nach vorne zu arbeiten und irgendwann den ersten Platz zu belegen. Man beginnt damit, sich im Umkleideraum ein eigenes Team zu erstellen. Neben dem Namen des Teams sowie dessen Mitgliedern darf auch die Optik eurer Sportler bedingt geändert werden. Die anfangs recht überschaubare Auswahl an Gesichtern und Frisuren wird dabei durch erfolgreich absolvierte Matches nach und nach erweitert. Damit man soweit kommt, gilt es aber die Steuerung in den verschiedenen Sportarten erst einmal zu beherrschen. Diese wird euch jeweils vor dem Start in mehreren Bildern vergleichbar mit Mario Party ausführlich erklärt. Auch die Regeln jeder Sportart lassen sich noch einmal einsehen. In den Duellen wählt dabei jedes Team eine Sportart nach Wunsch aus. Die dritte Sportart wird zufällig gewählt. Wer in zwei der drei Sportarten gewinnt, hat am Ende auch das Duell für sich entschieden und die andere Mannschaft besiegt.

Bei den Sportarten selbst finden sich neben den üblichen Verdächtigen wie Fußball, Basketball und Tennis auch eher ungewöhnliche Aktivitäten wie Sumoringen, eine Schneeballschlacht oder Blasrohrschießen. Prinzipiell funktioniert die Steuerung dabei recht gut. In der Regel steuert ihr eure Athleten mit dem Slidepad, wechselt bei Mannschaftssportarten mit der R-Taste die Teammitglieder und führt mit den Buttons Aktionen wie Schüsse, Würfe, Blocken, etc. aus. Aus dem Rahmen fallen hier Sportarten wie das Bowling. Hier kommt der Stylus zum Einsatz, mit dem ihr auf dem Touchscreen die Bowlingkugel nach hinten zieht und dann per Stylus nach vorne schiebt. Das macht richtig Laune und ist auch gut gelungen, wobei das Anschneiden der Kugel hier nur selten so funktioniert, wie man es auf dem Touchscreen vorgibt. Die Präzision ist zwar nicht optimal, aber der Spielspaß ist dennoch groß. Beim Springen auf dem Trampolin müssen wie in einem Rhythmusspiel vorgegebene Tasten gedrückt werden, was ebenfalls Abwechslung in die Steuerung bringt. So sieht es auch beim Blasrohrschießen aus. Hier findet der Bewegungssensor des 3DS seine Verwendung. Man neigt den Handheld um ein Zielfernrohr möglichst mittig auf der Zielscheibe zu positionieren. Indem man dann in das Mikrofon pustet, wird der Pfeil abgeschossen und landet je nach Windverhältnissen sowie Intensität des Pustens möglichst im Schwarzen.

Wo Licht ist, muss allerdings auch Schatten sein. Im Falle von Sports Island 3D ist das die Steuerung der Sportart Eishockey. Hier wird mit dem Slidepad die Figur übers Eis bewegt, was an sich gewohnt gut funktioniert. Geschossen und gepasst wird allerdings indem man mit dem Stylus auf dem Touchscreen wischt oder darauf tippt. Und das ist nicht nur nervig, sondern für mich als Linkshänder einfach absolut unspielbar. Da es keine alternative Steuerung gibt, habe ich die Entwickler bereits während der ersten Partie Eishockey verflucht und diese Disziplin daraufhin vermieden wie der Teufel das Weihwasser. Was man sich hierbei gedacht hat ist mir wirklich ein Rätsel. Auch generell fällt auf, dass der Feinschliff in dem Titel fehlt. Die Abwechslung kommt nämlich eindeutig zu kurz und das Spiel wird schnell langweilig. Immer wieder sind dieselben Sportarten zu absolvieren, die allgemein recht simpel gehalten sind. Der taktische Anspruch an die einzelnen Sportarten ist sehr gering. Man hat oftmals eher das Gefühl, als spiele man eine seichte Minispielsammlung. Natürlich soll der schnelle Einstieg möglich sein, dennoch wäre mehr Tiefgang manchmal schön gewesen. Die Möglichkeit, eure Teammitglieder in den drei Attributen Stärke, Technik und Geschwindigkeit noch um je zwei Stufen zu verbessern wirkt sich nicht merklich auf das Gameplay aus. Einzig die Super-Fähigkeiten, von denen nach und nach bis zu sechs verschiedene Arten freigeschaltet werden und euren Sportlern in den einzelnen Disziplinen besondere Aktionen ermöglichen, bringen etwas Abwechslung. Wer genug vom Spiel gegen den Computer hat, darf einen Kumpel zu einem Match herausfordern. Im lokalen Spiel könnt ihr dabei Dank Download-Spiel mit nur einem Modul spielen.

Technisch macht das Spiel vor allem in den kurzen Sequenzen vor der Einleitung einer Sportart einen recht ordentlichen Eindruck. Hier wirkt auch der 3D-Effekt richtig toll und verleiht den einzelnen Arenen eine gewisse Tiefe. Während des Spielens selbst ist der Effekt dagegen oftmals kaum zu bemerken und geht ein wenig verloren. Dann macht es sich umso stärker bemerkbar, dass Sports Island 3D von seiner Grafik her sehr schlicht gehalten ist. Es gibt kaum ansprechende Texturen, oftmals wirken die Athleten sowie die Arenen wie marginal aufpolierte Miis. Spezielle Effekte sucht man genauso vergeblich wie eine ansprechende Lichtquelle mit Schattenwurf. Hinzu gesellt sich ein verspielter Sound, der sich meist im Hintergrund hält, jedoch leicht dazu neigt nervig zu werden. Besondere Akzente kann man damit jedenfalls nicht setzen.

Fazit

Sports Island 3D ist quasi eine Mischung aus Minispiel-Sammlung und simplen Sportspielen. Da der Schwierigkeitsgrad konstant ansteigt, wird man im Einzelspielermodus einige Zeit damit beschäftigt sein. Der Spielspaß hält sich dabei jedoch in Grenzen. Das fällt vor allen Dingen beim Eishockey auf, dessen Steuerung komplett verkorkst wurde. In anderen Disziplinen funktioniert die Steuerung dagegen besser. Das ändert jedoch nichts daran, dass Sports Island 3D technisch bestenfalls mittelmäßig ausfällt und mangels Abwechslung auf Dauer keinen Spieler wirklich motivieren wird.

Screenshots

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