Angespielt: Mass Effect 3 (PC, PS3, Xbox 360)

Frūher gab es sie wie Sand am Meer, heute werden sie dagegen immer seltener. Strahlende Helden, edel und anmutig, Vorbilder für ganze Generationen. Heute müssen Helden bevorzugt ambivalent sein, gerne mit dunkler Vergangenheit und zweifelhaften Motiven. Der Held aus Biowares Mass Effect-Reihe ist beides, strahlender Held und zwielichter Unsympath – gerade so, wie die Spieler es gern hätten. Die Vielfalt von Commander Shepards Herangehensweisen macht einen Gutteil der Identifikation mit dieser Figur aus und sorgt dafür, dass SciFi-Freunde auf der ganzen Welt sich auf das große Finale der Mass Effect-Trilogie freuen – ein Finale, dass wir in Ruhe ausprobieren konnten.

Wer die Reihe noch nicht kennt, aber noch spielen möchte, kann beruhigt weiterlesen. Storydetails werden an dieser Stelle keine verraten, Kenner des zweiten Teils wissen, womit dieser aufgehört hat und wie daher die Ausgangssituation für das kommende Abenteuer aussieht. Bioware gibt sich alle Mühe, die Reihe wie aus einem Guss wirken zu lassen. Das bedeutet, dass sich abseits von Details auch in Shepards drittem Abenteuer grafisch wie Spielerisch nichts gravierend verändern wird. Gut so – meinen wir, denn so können die Kanadier auf einem bewährten Konzept aufbauen und sich voll und ganz auf den Abschluss der Geschichte konzentrieren – auch wenn wir hiervon beim Anspielen erwartungsgemäß noch keine großen Eindrücke sammeln konnten. In unserem Demolevel stand vielmehr die Action im Vordergrund, im bewährten Dreierteam ging es gegen einen Trupp Cerberus Soldaten die einer mysteriösen Kroganer-Dame ans Leder wollten. Warum auch immer – wir hatten dies zu verhindern! Und sogleich kamen auch schon die ersten bekannten Gesichter zum Vorschein. Mordin, Kaidan, Wrex, das Team wird eine Mischung aus Figuren der vorherigen zwei Spiele. Neue Personen kommen zwar auch vor, aber im Vergleich zu Mass Effect 2 deutlich weniger. Erneut eine richtige Entscheidung, denn so kann Bioware gleich auf vorhandene Symphatie setzen.

Spielerisch hat sich wenig getan, das Kampfsystem entspricht weitestgehend dem aus Teil 2. So gibt es je eine Waffengattung gegen Panzerung oder Schilde, sowie Munition, statt der aus Teil 1 bekannten Hitzeentwicklung. Shepard kann nun aus Deckungen heraushechten oder mit einer SWAT-Drehung von einem Türrahmen zum anderen wechseln. Hierdurch wird das Deckungssystem etwas flüssiger und besser in den allgemeinen Beweungsfluss integriert. Ebenfalls neu ist Shepards Omniblade, eine Tech-Klinge, die für Nahkampfangriffe verwendet wird. Inwiefern sich diese Klinge wirklich lohnt, ist noch schwer einschätzbar, denn das Spielsystem und auch die Psi-Fähigkeiten sind bisher eigentlich für Kämpfe aus der Distanz ausgelegt. Aber gut, eine nette Ergänzung ist es allemal. Erweitert wurde auch der Talentbaum! Bioware versprach mehr Rollenspielelemente und zumindest ein Blick auf die Charakterentwicklung scheint ihre Worte zu bestätigen. Mehr Fähigkeiten in mehr Ausbaustufen als in Teil 2 – wunderbar.

Ersteindruck

Ein wenig Politur hier, etwas Ergänzung da, alles zusammen in bekannter aber immernoch recht hübscher Grafik. Mass Effect 3 fühlt sich auf Anhieb vertraut an und wird nach bisherigem Eindruck auch keine großen Experimente wagen. Viel wichtiger erscheint es uns auch, dass Bioware das enorme erzählerische Potenzial des Spiels voll ausreizt und die Konseqenzen – auch in Verbindung mit dem Spielstandimport aus den Vorgängern – wirklich einschneidend gestaltet. Mass Effect lebte von der ersten Minute an von seinen Figuren und seiner Geschichte. Wenn Bioware diese zu einem furiosen Finale führt und jetzt noch die letzten Ecken des Spieldesigns (etwa die zu offensichtlichen Deckungen aus Teil 2) abfeilt, erwartet uns der krönende Abschluss einer hervorragenden Weltraum-Saga. Jungs, macht es bitte richtig!

Screenshots

4 Kommentare zu „Angespielt: Mass Effect 3 (PC, PS3, Xbox 360)“

  1. Hmmm, irgendwie ein ziemlich nichtssagender Artikel, scheint wohl ein ziemlich kurzes Anspielen gewesen zu sein, außerdem dürfte sich im Gegensatz zu Teil 2 das Kampfsystem ja auch nicht wirklich geändert haben.
    Für mich auf jeden Fall ein UBERmusthave 😉

  2. Naja, das ist eben das „Problem“ an Mass Effect. Wir hatten genügend Zeit, das Spiel zu spielen, aber eben nur einen Demolevel. Und die Essenz daraus ist, dass sich der dritte Teil im Grunde halt genauso anfühlt wie der zweite. Das ist ja auch keine große Überraschung, denn bei Mass Effect geht es um die Story und Entscheidungen. Und davon wiederum konnten wir uns natürlich noch keinen echten Eindruck machen. Was soll man sonst noch groß berichten…?

    Aber ich gestehe, ich lese auch anderswo keine Reviews zu dem Spiel, weil sie mich ehrlich gesagt gar nicht interessieren. Ich wusste von Anfang an in etwa, wie es sich spielt. Und von allem anderen (speziell Handlung) will ich eigentlich so wenig wie möglich wissen.

  3. Im Moment gibt’s kein Spiel, auf das ich mich mehr freue. Ich hoffe nur, Bioware setzt das nicht so in den Sand wie Dragon Age 2.

    Aber die Tatsache, dass es sich so spielt wie der Vorgänger und man sogar mehr Rollenspielelemente einbauen will, lässt die Befürchtungen ja fast komplett verschwinden.

  4. Ja, das ist eh klar, war ein bisschen unabsichtlich negativ ausgedrückt, wenn sich am Gameplay nicht viel ändert, und viel mehr als das Gameplay kann man ohne Spoilern eh nicht beschreiben, gibts halt nicht viel zu sagen.
    Aber da das Gameplay in Mass Effect 2 (besonders als Frontkämpfer :P) eh schon perfekt war, bleibt das natürlich eines meiner Most-Wanteds.

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