Im Test: Kirby und das magische Garn (Wii)

Es gibt nur selten Spiele, bei denen man von der ersten Sekunde an verzaubert ist. Kirby und das magische Garn ist eines dieser Spiele. Es steckt voller Liebe zum Detail und man merkt ihm einfach an, dass die Entwickler von Feel Good Inc. mit ganz viel Herzblut am Werk waren. Aber immer der Reihe nach …

Nachdem Kirby und das magische Garn im letzten Jahr angekündigt wurde, machte sich bei vielen Fans des kleinen rosa Windbeutels anfangs schnell Ernüchterung breit. Wie sollte ein Kirby-Spiel funktionieren ohne dessen grundlegende Fähigkeit Dinge einzusaugen und sich deren Eigenschaften anzueignen? Die Antwort befindet sich nun im Slot unserer Wii und verrät uns erst einmal in knapp animierten Bildern im Erzählerstil, wie Kirby überhaupt ins Stoffland gekommen ist und selbst ebenfalls zu Stoff wurde. Das erklärt auch, warum er selbst nichts mehr einsaugen kann. Um wieder nach Hause zu kommen, muss er sich zusammen mit Prinz Plüsch also aufmachen, die sieben Welten von Stoffland wieder vereinen und dem fiesen Magier Grimmgarn das Handwerk legen. Als seitlich scrollendes Jump’n’Run ist das Game von seiner Mechanik her sehr simpel gehalten. Per quer gehaltener Wii Remote steuert ihr das rosa Stoffknäuel astrein und pixelgenau durch die Welten. Eine Art Lasso lässt euch dabei Gegenstände sowie eure Gegner greifen und sprichwörtlich in ihre Einzelteile, sprich in einzelne Fäden aufdröseln, bzw. wahlweise zum Knäuel knüllen und werfen. Neben Diamanten wollen versteckte Sammelgegenstände gefunden und der Exit eines jeden Levels erreicht werden. Spielerische Abwechslung erhält der Titel durch die Verwandlungsfähigkeiten, die Kirby nach wie vor hat. Er gleitet als Schirm sanft zu Boden, stampft als Gewicht mächtig auf den Boden, ist unter Wasser als U-Boot unterwegs oder düst als Rennwagen flott über den Screen. Neben diesen Standardfähigkeiten darf sich Kirby an bestimmten Stellen zudem in skurrile Dinge wie einen großen Panzer, ein UFO, einen surfenden Pinguin oder sogar eine Lokomotive verwandeln, deren Schienen mittels Wiimote auf den Screen gezaubert werden.

Gerade dieser Ideenreichtum ist es, der Kirby und das magische Garn zu einem besonderen Spiel macht. Es ist die große Liebe zum Detail, die den Spieler den nahezu lachhaft einfachen Schwierigkeitsgrad vergessen lässt. Sterben kann Kirby nicht. Er verliert beim Absturz in einen Graben oder bei der Berührung mit einem Feind lediglich einen Teil der gesammelte Kristalle und somit die Chance auf eine goldene Medaille nach Abschluss des Levels. Außerdem darf man auch kooperativ mit einem zweiten Spieler in der Rolle von Prinz Plüsch antreten. Sogar die Endgegner sind so harmlos, dass man selbst als ungeübter Spieler wie in einem Spaziergang durch das Game streift. Dieser Spaziergang ist jedoch eine Reise zurück in die Kindheit, als man noch über das bunte Wunderland Videogame staunte und der Polygoncount in Videospielen keine Rolle spielte. Eine Zeit, in der Twix noch Raider hieß. Kirby und das magische Garn ist ein optischer Hochgenuss in einer Welt aus Stoff, die in sich absolut schlüssig ist. Der Stil ist genauso einzigartig wie genial, sucht in der Welt der Videospiele seinesgleichen. Nicht nur die Welt besteht aus Garn, auch alle Kreaturen sind lediglich Bindfäden. Es gibt keine Schalter und Hebel, dafür Knöpfe und Reißverschlüsse. Wer die versteckten Gegenstände alle finden möchte, wird nach dem ersten Durchgang noch weiterspielen. Freischaltbare Extralevel mit einem Zeitlimit bringen zudem etwas Anspruch in die Sache. Dennoch spielt man Kirby und das magische Garn in erster Linie deshalb, weil man sich an dem Stil – der sicherlich nicht jedem zusagen wird – kaum satt sehen kann. Die knackig scharfe Optik und der stimmungsvolle Sound mit seiner Mischung aus neuen Stücken und der Neuauflage bekannter Melodien runden das Game technisch gesehen hervorragend ab.

Fazit

Man mag vom Stil halten was man will, der Ausflug in die Welt der Bindfäden und Stofffetzen in Kirby und das magische Garn ist einmalig. Die Detailverliebtheit ist es, die Kirbys Wii-Abenteuer trotz des geringen Schwierigkeitsgrads zu einem der tollsten Jump’n’Runs der letzten Jahre macht. Nintendo beweist einmal mehr, dass ihnen bei Jump’n’Runs einfach niemand das Wasser reichen kann. Donkey Kong fordert den ehrgeizigen Zocker. Mario wirbelt uns galaktisch durch die dritte Dimension. Und Kirby? Kirby ist einfach nur schön. Traumhaft schön.

Screenshots

7 Kommentare zu „Im Test: Kirby und das magische Garn (Wii)“

  1. Absolute Kaufempfehlung für Alle die auch Spaß beim Spielen haben, wenn sie nicht alle 5 Minuten den Game-Over-Screen sehen 😀

    Hat mir super viel Spaß gemacht, das Spiel.

    PS: Die Einteilung in Güteklassen gefällt mir!

  2. Meine Schwester hat das Spiel und es gefällt ihr sehr gut, auch für Leute die halt sonst nicht so viel mit Jump’n’Runs anfangen können.

    Der Stil gefällt mir auch sehr gut und es macht auch richtig Spaß, es zu spielen.

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