Kinect Hacks: Wovon selbst Microsoft nicht zu träumen gewagt hätte

Als Microsoft vor gut einem Jahr auf der E3 das Controller-freie Spielen ankündigte, reagierte die Zockergemeinde zwiegespalten. Die einen verfluchten den Konzern, die anderen feierten Microsoft als zukunftsweisenden Innovator.

Mittlerweile können sich die weltweiten Verkaufszahlen von Kinect durchaus sehen lassen. Microsoft selbst verbucht den Sensor jedenfalls schon jetzt als Erfolg. Doch hartgesottene Gamer werden jedoch wohl nie wirklich warm mit den Gerät werden. Dies liegt zum einen an der, sagen wir, recht übersichtlichen und meist langweiligen Software, zum anderen an den nicht vorhandenen Controllern und zum Teil auch einfach am mangelnden Platz im von Gadgets überfüllten Wohnzimmer.

Nicht zu übersehen ist jedoch, dass das Gerät in Hackerkreisen den ewig tobenden Konsolenkrieg eindeutig für sich entscheiden hat. Keine andere Konsole bzw. keine andere Peripherie hat in solch kurzer Zeit so viel Experimentierfreude hervorgerufen wie Microsofts „Fuchtel-Fleisch-Maschine“.

Software-Entwickler Oliver Kreylos war einer der ersten, der mit Kinect und dem heimischen PC experimentiert hat. In seinem Versuch hat er die Linsen der Peripherie dazu missbraucht dreidimensionale Videos aufzuzeichnen. Damit war es ihm möglich Objekte von allen Seiten zu betrachten und zu drehen.

Peter Morton & Matthew Yeung funktionierten Kinect hingegen kurzerhand in ein Klavier um. Genauer gesagt in eine auf dem Fußboden platzierte Riesen-Klaviatur, die sich durch die Körperbewegungen der „Spieler“ zum unsichtbaren Musikinstrument mauserte.

Takayuki Fukatsu hat Kinect wiederum dazu verwendet sich selbst nahezu vollkommen transparent erscheinen zu lassen. Der Tarneffekt aus den Predator-Filmen lässt grüßen.

Hobbyprogrammierer Dan Wilcox ging die ganze Sache wesentlich seriöser an und entwickelte ein Programm, das mit Hilfe von Kinect nackte Brüste erkennt und sofort die Nippel mit lustigen Gegenständen verdeckt. Tolle Idee!

Theo Watson & Emily Gobeilly hauchten mit Kinect und ein wenig Augmented-Reality den angestaubten Handpuppen neues Leben ein. Hand- und Armbewegungen werden dabei von einer animierten Vogel-Figur prompt umgesetzt und an die Wand projiziert. Bei geöffneten Schnabel gibt die virtuelle Handpuppe sogar quietschende Vogelgeräusche von sich.

Zum Schluss noch etwas für die Leute, die Super Mario Bros. 1-3 mal anders und vor allem, mal nicht auf einer Nintendo-Konsole erleben wollen. Hacker „yankeyan“ demonstriert, wie eine Ganzkörpersteuerung des 25 Jahre alten NES-Klassikers aussehen könnte.

Anfangs hatte Microsoft noch damit gedroht, keine Modifikation seiner Produkte zu dulden. Und das obwohl Johnny Chung Lee, ein alter bekannter aus der Szene, an der Entwicklung von Kinect beteiligt war. Mittlerweile zeigt sich das Unternehmen jedoch beeindruckt und unterstützt sogar offiziell die Machenschaften der Hacker. Wohl auch, weil man sich darüber im Klaren ist solche Hacks kaum effektiv und vor allem langfristig unterbinden zu können.

Viele weitere Videos von Kinect Hacks sind bei Interesse hier zu finden.

5 Kommentare zu „Kinect Hacks: Wovon selbst Microsoft nicht zu träumen gewagt hätte“

  1. Hmmm, keine Ahnung woran das liegt, aber jedes Mal, wenn ich auf diesen speziellen Blog Eintrag komme, macht Antivir auf sich aufmerksam, Virus oder ähnliches gefunden.

    Naja, aber von dem ganzen Kinect Zeugs bin ich echt baff.
    Vorallem das Piano ist cool 😀

  2. Also mit Kinect hat Microsoft echt was losgetreten – wahrscheinlich ungewollt, denn die meisten Meldungen im Zusammenhang mit dem System haben mit seinem eigentlichen Zweck – als Eingabegerät für die Xbox – ja gar nichts zu tun.

    Aber heuer gibt es bei uns an der FH z.B. auch ein Seminar, dass sich mit geometrischer Raumerfassung per Kinect beschäftigt…

  3. Auf der einen Seite schon beeindruckend, wie kreativ die Leute sind. Auf der anderen Seite merkt man aber, wie beschränkt die Technik von Kincet ist. Bei dem „Brustverdeckungs“-Video beispielsweise merkt man, was für Probleme Kinect hat, Dinge durchgehend zu fokussieren und zu erkennen. Das könnte natürlich auch an dem „Entwickler“ liegen aber diese Ungenauigkeit sieht man ja bei jedem Video.

    Trotzdem: Daumen hoch für die Kreativität!

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