Im Test: Swamp Defense (Xbox 360)

Aus dem Dunkel der Sümpfe kamen sie: Garstige Kreaturen, die euch ans Leder wollen. Sie kriechen über die Wege und euer einziges Ziel ist es sie aufzuhalten. Willkommen bei Swamp Defense, welches vom deutschen Studio EntwicklerX zuerst für Android und kürzlich auch auf dem Xbox Marktplatz erschienen ist. Wir haben für euch den Sumpf verteidigt und berichten darüber, wie viel Spaß es macht die Monster in Schach zu halten.

Mit Swamp Defense haben wir es mit einem klassischen Vertreter des Tower Defense-Genres zu tun. Ihr platziert somit eure Einheiten zur Verteidigung neben einem vorgegebenen Weg und müsst Welle um Welle an Monster so aufhalten. Eure Einheiten feuern automatisch los, sobald die fiesen Kreaturen in Reichweite kommen und dezimieren mit jedem Treffer deren Kraftleiste. Gelingt einem Monster dennoch das Durchkommen durch eure Reihen, verliert ihr einen von zehn Lebenspunkten. Sind eure Lebenspunkte aufgebraucht, so endet für euch das Spiel. Insgesamt stehen euch in Swamp Defense dabei fünf verschiedene Einheiten zur Verfügung, mit denen ihr euch gegen die Brut aus dem Sumpf wehren dürft. Alle Einheiten lassen sich dabei in drei Stufen aufwerten, was deren Reichweite, Durchschlagskraft und Geschwindigkeit erhöht. Es handelt sich um fünf Mitglieder einer Familie, die sich gegen die Monster zur Wehr setzen. Es gibt den Gewehrschützen Buster, die dicke Maggie mit einer Bratpfanne, den Opa Old Hints mit seiner Klebertube, den mit Elektroschockern ausgestatteten Frank sowie Baby Little Joe mit einer Bazooka, die ihr zur Verteidigung einsetzen könnt. Das Arsenal ist somit recht überschaubar. Da man zu Spielbeginn ein Tutorial vermisst, muss man kurzerhand alle Einheiten durchprobieren, findet aber schnell deren Stärken und Schwächen heraus. Hat man eine Einheit falsch platziert, lässt sich diese auch wieder verkaufen und macht Platz für eine andere Einheit. Für jedes erlegte Monster gibt es ein paar Kröten auf euer Konto, die ihr natürlich in stärkere und bessere Truppen investieren dürft. Nicht an alle Stellen dürft ihr dabei jedoch eure Einheiten setzen. Der Sumpf macht euch da teils einen Strich durch die Rechnung.

Die Wellen der Monster umfassen dabei ein halbes Dutzend verschiedene Kreaturen. Kennt man es von anderen Spielen des Genres, dass man dabei die Eigenheiten der Monster beachten muss, da diese teils fliegen, bzw. gegen physische Attacken immun sind, so macht man es sich bei Swamp Defense leicht. Die Ungeheuer aus dem Sumpf unterscheiden sich lediglich in ihrer Stärke sowie ihrer Geschwindigkeit. Weitere Eigenschaften gilt es nicht zu berücksichtigen. Dies erfordert somit weitaus weniger Taktik im Vorgehen als anfangs vermutet. Vor allem auf dem ersten der insgesamt drei Schwierigkeitsgrade hat man deswegen kaum Probleme alle geforderten Wellen an Gegnern zu überstehen. Ist dies erreicht, darf man übrigens entweder zum nächsten Level fortschreiten oder den eigenen Highscore in die Höhe treiben und weitere Wellen an Gegnern vernichten. Nicht einmal bei Level 100 ist dann Schluss, sofern man so lange Lust auf das Game hat. Praktischerweise wird jeder Level gespeichert, sobald man ihn verlässt, und kann später an dieser Stelle wieder fortgesetzt werden. Die insgesamt 15 verschiedenen Stages unterscheiden sich nur wenig voneinander, so dass auch hier die Motivation relativ schnell nachlässt. Gepaart mit der knappen Auswahl an Einheiten und deren auf drei Stufen limitierten Verbesserungsmöglichkeiten stößt man schnell an seine Grenzen. Mittels Tastendruck könnt ihr das Game übrigens beschleunigen, was dem Spielfluss in den höheren Stages zugute kommt.

Technisch gesehen muss man natürlich berücksichtigen, dass es sich bei Swamp Defense um ein Indie-Produkt handelt, welches in knapp eineinhalb Monaten jeweils nach Feierabend in der Freizeit entwickelt wurde. Ob der Stil dabei jedem gefällt ist fraglich, die sauber gezeichneten Sprites der Figuren sind aber in Ordnung. Richtig übel ist dagegen der Sound. Vor allem die öden Schussgeräusche gehen einem ziemlich schnell auf den Keks. Die Sounds der Bratpfannen, Bazookas und Elektroschocks bringen zwar etwas Abwechslung ins Spiel, stehen aber dank fehlender Hintergrundmusik immer noch zu weit im Vordergrund, so dass man den Sound am besten ganz abstellt.

Fazit

Genrefans finden mit Swamp Defense einen nett gemachten Titel aus dem Bereich Tower Defense, der vor allem für Einsteiger geeignet ist. Profis werden kritisieren, dass man zu wenige Einheiten zur Verfügung hat und das halbe Dutzend Gegner die eigene Taktik zu wenig fordert. Immerhin sind der Endlos-Modus sowie die Speicherfunktion während der Levels gelungen. Richtig schlecht dagegen ist der Sound, der einfach nur nervtötend ist. Mit 80 Microsoft Points ist der Titel allerdings recht günstig, so dass man den deutschen Entwickler durchaus unterstützen kann, auch wenn Swamp Defense sicher noch viel Potenzial nach oben hat.

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