Im Test: Solatorobo: Red the Hunter (DS)

Mit Solatorobo: Red the Hunter hat Nintendo Anfang Juli ein Action-Rollenspiel des japanischen Entwickler-Studios CyberConnect2 auf den Markt gebracht. Auf den ersten Blick mag das Spiel, das in Zusammenarbeit mit Namco Bandai entstand, für den ein oder anderen Spieler seltsam oder wie ein typisches Anime-Mech-Spiel wirken, doch dem ist nicht so. Solatorobo: Red the Hunter kommt nicht nur mit einer schönen Optik, sondern auch mit einem ungewöhnlichen, innovativen Kampfsystem daher.

Die Hauptrolle in Solatorobo übernimmt der im Untertitel bereits erwähnte Red Savarin und seine Schwester Chocolat. Red ist ein sogenannter Hunter, also jemand der für andere Personen Quests erfüllt und dafür entsprechende Bezahlung erhält. Gemeinsam reisen Red und Chocolat also mit ihrem Luftschiff Asmodeus zwischen den fliegenden Inseln der Shepherd Republic hin und her und erfüllen unterschiedliche Aufträge, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Dabei übernimmt Chocolat die finanziellen und technischen Aufgaben, wofür sie auf der Asmodeus bleibt, während Red auf seinem Roboter Namens Dahak reitend die Aufträge ausführt. Bei einem dieser Aufträge, der nicht ganz legal ist, findet Red auf dem Luftschiff Hindenburg ein mysteriöses Medaillon, das die beiden in eine spannende Geschichte um ein seltsames Wesen, eine böses im Schilde führende Gilde und allerlei mehr zieht. Erwähnt werden sollte auch noch, das es sich bei Red und Chocolat um menschliche Hunde handelt. Sie bewohnen die Welt gemeinsam mit den sogenannten Felineko, also menschlichen Katzen.

Spielerisch ist Solatorobo: Red the Hunter ein recht typisches Action-Rollenspiel. Ihr bereist als Red auf eurem Dahak oder zu Fuß Städte und Dungeons und erfüllt dabei verschiedene Quests. Diese können entweder die Story voran treiben oder als Nebenmission zum Verdienen von Geld dienen. Dabei ist der rote Faden des Spiels zwar immer deutlich, aber das Spiel lässt euch auch immer die Möglichkeit euch frei zwischen den Inseln zu bewegen, um etwas anderes zu machen. Und das verdiente Geld ist auch nicht unwichtig. Während Red immer wieder im Level aufsteigt und dadurch mehr Lebenspunkte erhält, müsst ihr euren Dahak mit Komponenten aufwerten. Dadurch erhält dieser zum Beispiel eine höhere Angriffskraft oder Beweglichkeit. Die Quests werden übrigens in den sogenannten Questbörsen in den Städten angenommen. Während einige nur einmal zur Verfügung stehen, können andere wie Arenakämpfe oder Flug-Rennen mehrfach ausgewählt werden. Neben den eigentlichen Quests gibt es aber noch weitere Möglichkeiten sich die Zeit zu vertreiben – So finden sich in der Spielwelt immer wieder Teile von Fotos oder Musikstücke.

Das Kampfsystem von Solatorobo fällt etwas ungewöhnlich, aber auch innovativ aus. Anstatt mit eurem Roboter die Gegner zu schlagen oder mit einem Laser zu beschießen, hebt ihr diese hoch und werft sie anschließend. Das klingt zwar im ersten Moment etwas seltsam, spielt sich aber wirklich gut. Besonders, da einige Gegner nur von hinten gepackt und hoch gehoben werden können, während ihr bei anderen Gegnern darauf warten müsst bis diese sich ausruhen. Außerdem erlernt ihr im Verlauf des Spiels immer wieder neue Fähigkeiten, wodurch die Kämpfe nicht so schnell langweilig werden. Eine gewisse Monotonie kann ab und an trotzdem auftreten.

Solatorobo: Red the Hunter kann aber neben Gameplay und Story auch grafisch überzeugen. Dies verdankt das Spiel allerdings auch dem Nintendo DS, da einige Tricks der Entwickler bei einer höheren Auflösung vermutlich nicht mehr so gut aussehen würden. Aber das stört nicht, da das Spiel klar für den Handheld konzipiert wurde. Die bunte Spielwelt weiß zu gefallen und die Charaktere sind schön und detailliert gestaltet. In den Zwischensequenzen entsteht sogar immer wieder der Eindruck, als würdet ihr eine Anime-Film-Sequenz betrachten, statt Figuren aus Polygonen. Die Musik hingegen bewegt sich in für japanische Entwickler Genre-typischen Bahnen, weiß aber trotzdem zu überzeugen.

Fazit

Solatorobo: Red the Hunter ist zwar kein absoluter Top-Titel, aber ich war doch überrascht wie gut das Spiel letztlich ist. Die einzelnen Quests sind recht kurzweilig, weshalb sich der Titel sowohl für kurze Runden zwischendurch lohnt, aber auch stundenlang an den Nintendo DS fesseln kann. Dabei zeigt sich das Spiel optisch als wirklich schönes Machwerk, das mit zu dem Besten auf dem Handheld gehört. Spielerisch kann gerade das Kampfsystem überzeugen. Leider kann es hier aber auch gelegentlich zu Motivationseinbrüchen kommen, wenn sich die Kämpfe zu sehr ähneln und es an Abwechslung mangelt. Außerdem muss sich Solatorobo die Kritik gefallen lassen zu leicht zu sein. Das trifft zum einen in den Kämpfen zu, aber noch viel mehr bei den Rätseln. Selbst bei simplen Aufgaben stößt euch das Spiel noch mit der Nase auf die Lösung, was die Herausforderung deutlich senkt. Trotzdem sollten alle Spieler, die Lust auf ein etwas anderes Action-Rollenspiel haben, zumindest einmal probehalber zocken.

Screenshots

2 Kommentare zu „Im Test: Solatorobo: Red the Hunter (DS)“

  1. Imo hat die Musik mehr Anerkennung verdient (besonders das Ende, wunderschön eingespielt) aber sonst passt das so alles. Nur das die Story im ersten Teil so Lala rüberkommt und auf einma passiert etwas und Häh? ^^
    Für mich nach Radiant Historia und The World Ends with You definitiv ein kleiner Sleeper hit 🙂 (Würdet ihr einmal The World Ends with You antesten? Das Spiel wird ja immer sehr kritisch wegen dem Stil und der Musik angeäugelt^^)

    Ich finde es btw gut das ihr nicht auf einer Wertung eure Tests hinausbaut, finde die eh bekloppt ohne Ende. Hier wäre es auf ca 7 hinausgelaufen was definitiv zu wenig wäre.
    Von daher kaufen!!

  2. Danke für dein positives Feedback, Soma! Wir empfinden die Test-Skala auch als komplett unsinnig – daher haben wir uns bewusst dagegen entschieden. Und wie es scheint, kommt dies ja auch gut bei den Lesern an.

    The World Ends with You ist sicher ein interessantes DS-Game, aufgrund seines „Alters“ werden wir jedoch wohl leider keinen Test mehr dazu anbieten können.

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