Im Test: X-Men Destiny (Wii)

Die X-Men sind wieder da! Wie – schon wieder? Ja, denn auch auf der Wii treiben die Mutanten in dem Titel X-Men Destiny ihr Unwesen. Und was sie dabei von der erst kürzlich getesteten Version für den Nintendo DS unterscheidet, verraten wir euch in unserem Test. Machen wir es uns dabei einfach? Nein, aber lest am besten selbst…

Man könnte meinen, dass manche Publisher uns gerne ein wenig foppen. Denn warum um alles in der Welt werden der Presse zwar Bilder für die HD-Versionen von manchen Spielen zur Verfügung gestellt, erhält man aber beispielsweise die Wii-Version als Rezensionsexemplar, gibt es dafür keine Screenshots? Na? Ahnt bereits einer, warum das so sein könnte? Doch dazu später mehr. Widmen wir uns erst kurz – und ich betone dabei kurz – dem Spielprinzip von X-Men Destiny: Als einer von drei angehenden Mutanten müsst ihr die Welt vor dem Bösen retten. Ihr schlüpft dabei in die Rollen von Adrian, Aimi oder Grant, die sich allesamt zu Beginn jeweils eine von drei Kräften aneignen dürfen. Dazu gehören Feuerbälle, eine energetische Aufladung des eigenen Körpers oder schwarze Magie, mit der man Elemente beschwören und Dinge bewegen kann. Egal, für welche Kraft man sich entscheidet, in Sachen Gameplay ist stets Eintönigkeit angesagt. Ihr prügelt euch in bester Buttonmasher-Manier durch ebenso öde gestaltete Levels und verkloppt dabei Feinde, die aus dem Klonlabor zu kommen scheinen. Aus einem hässlichen Klonlabor, aber das nur am Rande erwähnt.

Immer wieder trefft ihr auf andere Mutanten, die euch entweder kurz zur Seite stehen oder aber denen ihr sogar folgen und euch somit auf deren Seite schlagen könnt. Wirklichen Einfluss auf die Story oder das weitere Spielgeschehen inklusive eurer Superkräfte habt ihr dadurch aber nicht. Eure Fähigkeiten lassen sich ausbauen, wobei die durchaus motivierende Funktion mittels Erfahrungspunkten im Level zu steigen wie auf dem Nintendo DS fehlt. Aber immerhin dürft ihr Kostümteile der bekannten X-Men Helden wie beispielsweise Wolverine finden und euch so einen Teil deren Fähigkeiten aneignen. Hin und wieder wird ein Boss bekämpft, ab und an darf mehr gesprungen anstatt gekämpft werden. Insgesamt regiert aber ab der ca. dritten Spielminute die Langeweile. Man quält sich zwar weiter, erlebt dabei aber nichts, was sich irgendwie vom Rest abheben würde. Einheitsbrei par excellence, gepaart mit einer öden Optik und öden Soundeffekten. Die öde Sprachausgabe wirkt ziemlich gelangweilt und (hatten wir das Wort „öde“ eigentlich schon?) öde Musik rundet das Spielerlebnis ab. Dass neben der Sprache auch alle Spieltexte auf Englisch sind und man keine einzige Zeile übersetzt hat, versteht sich dabei ja fast schon von selbst.

Daher möchte ich mich auch gar nicht weiter mit diesem Lizenzspiel beschäftigen, sondern einfach ein paar selbst geschossene Screenshots für sich sprechen lassen. Ich möchte lediglich noch anmerken, dass in keiner Zwischensequenz die Protagonisten ihren Mund bewegen. Das wäre wohl zu viel Aufwand gewesen, hier eine Animation einzubauen. Zu allem Überfluss muss gesagt werden, dass die einst für das geniale Eternal Darkness verantwortlichen Entwickler von Silicon Knights diesen Titel verzapft haben. Ohne Worte.

Fazit

Ich denke die Bilder sprechen für sich. Mag X-Men Destiny auf den HD-Konsolen seine Daseinsberechtigung haben und selbst auf dem Nintendo DS Genrefans Spaß machen, so ist diese verhunzte Version für Nintendos Wii eine echte Frechheit. Spielerisch mittelmäßig, optisch aber eine echte Unverschämtheit. Man sollte nicht darauf hoffen, dass Wii-Anhänger jeden Scheiß ungesehen kaufen. X-Men Destiny ist jedenfalls ein Beispiel dafür, bei dem jeder ausgegebene Cent im Nachhinein sicher weh tut. Genauso wie unsere Augen beim Betrachten der Grafik. Und somit schließt sich der Kreis also wieder.

Screenshots

4 Kommentare zu „Im Test: X-Men Destiny (Wii)“

  1. Hm, das versteh ich nicht. Warum teilen sich Cyclops und Magneto die Mitte des Covers? Wo ist Xavier? Warum Cyclops? Das sieht so aus, als wäre Magneto Cyclops‘ dunkle Seite oder so. Fragen über Fragen. Ich versteh das nicht. Ich glaub ich geh jetzt weg.

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