Im Test: Army Corps of Hell (PS Vita)

Mit Army Corps of Hell bringt Square Enix zum Launch der Playstation Vita das Erstlingswerk des japanischen Entwicklers Entersphere. Das Action-Spiel vermischt das aus Spielen wie Pikmin und Overlord bekannte Gameplay mit einem Höllensetting und Heavy Metal-Musik.

Bereits die Overlord-Spiele für verschiedene Systeme verpackten das Pikmin-Spielprinzip in einen etwas ernsteren, erwachsenen Grafikstil. Allerdings nahm sich das Fantasy-Spektakel nicht wirklich ernst und erlaubte sich zahlreiche Späße mit gängigen Fantasy-Klischees. Army Corps of Hell ist da etwas anders. Der Humor-Anteil ist kaum nennenswert, dafür sind die ernsten und brutalen Höllen-Elemente deutlich präsenter. Ihr schlüpft in die Rolle eines ehemaligen Höllenfürsten der mit Hilfe seiner Goblin-Armee die Hölle und anschließend auch noch die Welt erobern möchte. Mehr Story bietet Army Corps of Hell nicht und auch die immer wieder eingestreuten Zwischensequenzen fallen eher mager aus. Sie bringen zwar die Geschichte gut voran und führen neue Truppen oder Fähigkeiten ein, allerdings bestehen sie nur aus einigen wenigen Bildern die immer wieder mit neuen Texten daher kommen.

Auch spielerisch ist das Wort Abwechslung eher klein geschrieben. In der Rolle eures Höllenfürsten durchstreift ihr die immer sehr ähnlich aufgebauten Level, hetzt mit der R-Taste eure Lakaien auf die Gegner und sobald ihr in einem Bereich alle besiegt habt, macht ihr euch auf in den nächsten Bereich bis ihr das Ende des Levels erreicht. Die einzelnen Abschnitte der Level sind allerdings keine größeren Gebiete, sondern lediglich kleine, quadratische Plattformen, die durch Brücken verbunden sind. Und auch bei euren Truppen habt ihr nicht allzu viel Auswahl. Genauer begleiten euch neben den Standard-Soldaten noch Speerwerfer und Magier. Letztlich reicht es oft einfach nur einen Gegner an zu visieren die R-Taste zu halten und schließlich zweimal den Kreis-Button zu drücken sobald ihr genug Goblins auf euren Widersacher geworfen habt. Dadurch führen sie eine Massenattacke aus, der die meisten größeren Standard-Gegner sofort erliegen. Kleinere Gegner benötigen nicht einmal diesen Angriff.

Anspruchsvoller und auch abwechslungsreicher sind hingegen die Bossgegner gelungen. Bei ihnen ist es meist unerlässlich mit einer gewissen Taktik vorzugehen, damit sie nicht all eure Goblins töten. Ihr habt zwar an bestimmten Stellen in den Levels – und auch bei jedem Bosskampf – die Möglichkeit an einem Käfig neue Lakaien herbei zu rufen, allerdings gilt es auch auf die Lebensanzeige eures Höllenfürsten zu achten. Letztlich können die Bosskämpfe das eher triste Spielprinzip nicht völlig retten. Dennoch kommt dank ihnen, aber auch immer mal wieder bei den Standardkämpfen, durchaus Spielspaß auf. Nur mit der Langzeitmotivation hapert es etwas. Ein Alchemie-System ermöglicht es euch außerdem, neue Ausrüstung für eure Goblins sowie Items für euren Charakter herzustellen. Die dafür benötigten Materialien erhaltet ihr von besiegten Gegnern, aber auch von euren gefallenen Lakaien. Neue Rezepte für allerlei Waffen, Rüstungen und anderes schaltet ihr im Verlauf des Spiels frei. Das ist zwar nett, aber auch nicht sonderlich tiefgründig.

Die Steuerung funktioniert hingegen im großen und ganzen einwandfrei. Wie an einer großen Konsole steuert ihr euren Höllenfürst mit den Sticks durch die Level beziehungsweise dreht die Kamera. Die Buttons und Schultertasten dienen für die Angriffe eurer Goblins und einige wenige andere Aktionen. Etwas überflüssig sind die Touch-Screen und -Pad-Features. Setzt ihr einen Gegenstand ein gilt es rhythmisch zu klopfen. Das ist nicht wirklich sinnvoll und hat auch spielerisch keinen wirklichen Wert.

Technisch ist Army Corps of Hell eher durchwachsen. Während sich der Soundtrack von japanischen Metal-Bands durchaus hören lassen kann, fällt die Grafik deutlich ab. Auf der PSP wären die eher Detailarmen Level und die schwachen Charaktermodelle noch in Ordnung gewesen, hätten sich vielleicht sogar im oberen Durchschnitt bewegt, aber auf der PS Vita ist eine solche Grafik angesichts der Leistung des Handhelds nicht mehr zeitgemäß.

Fazit

Army Corps of Hell bietet zwar wenig Abwechslung und hat eine recht schwache Grafik, dafür wissen die Bosskämpfe zu gefallen. Allerdings reichen sie nicht völlig aus, um für Langzeitmotivation zu sorgen. Und auch grafisch ist das Spiel von Entersphere nicht wirklich hübsch geraten, dafür gefällt jedoch der Soundtrack. Zumindest wenn all jenen, die keine Abneigung gegen Metal-Musik haben. Alles in allem ist Army Corps of Hell eher Durchschnittskost, macht aber bei einer kurzen Runde blutiger Action durchaus Spaß.

Screenshots

Hinweis: Die Screenshots in diesem Artikel wurden mit der Screenshot-Funktion der PS Vita erstellt. Sie stellen die Grafikqualität des Spiels weitgehend glaubhaft, eher etwas schwächer, dar.

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