Im Test: Lego Star Wars III: The Clone Wars (Multi)

Die Macht ist stark in George Lucas! Selbst wenn er über all die Jahre vielleicht kein vollwertiger Jedi geworden ist, so hat er sich doch zu einem wahren Vermarktungsgenie entwickelt. Denn kaum jemand – allenfalls Gene Roddenberry – könnte von sich behaupten, auch über 30 Jahre nach der Erfindung eines Franchises noch so massiv an ihm zu verdienen. Und da Letzterer leider schon das Zeitliche gesegnet hat, befindet sich Lucas wohl allein auf weiter Flur.

Doch der Meister der Sternenkriege ist nicht gänzlich allein. Auch die Dänen von LEGO haben unlängst bewiesen, dass sie mehr können, als nur Klötzchen zu stapeln. Seit Jahren gibt es kaum eine erfolgreiche Marke, die nicht für den Videospielmarkt legofiziert wird. Batman und Harry Potter, Indiana Jones und bald auch Fluch der Karibik. Alles, was ins quadratische Format gepresst werden kann, wird vom Entwickler Traveller’s Tales zu einem Legospiel verwurstet. Angefangen hat dieser Trend im Jahr 2005 jedoch mit Lego Star Wars – und genau in diesem Spiel ist die Macht der Steine bisher auch am stärksten. Nach zahlreichen Auszeichnungen schicken euch die Macher mit Lego Star Wars III: The Clone Wars nun schon zum dritten Mal in den Plastikkrieg – und wie der Name schon vermuten lässt, hat diesmal keine der Trilogien Pate gestanden, sondern die umstrittene Animationsserie, die zwischen den Episoden 2 und 3 angesiedelt ist. Die ist zwar – wie das gesamte Clone Wars-Franchise – irgendwie nicht so wirklich dolle, aber dafür höchst erfolgreich. Und das reicht als Grund für eine Versoftung allemal.

Für all Jene, die schon den ein oder anderen Lego-Titel gespielt haben, stellt sich zu Beginn vor allem eine wichtige Frage. Was gibt’s Neues an der Lego-Front? Denn auch wenn die mittlerweile im Jahrestakt rausgehauenen Spiele stets solide Qualität liefern, so hat sich das Lego-Gameplay doch seit dem ersten Teil nicht wirklich verändert. Allein oder kooperativ kämpfen sich die Spieler stets durch mehrere Kampagnen zu je rund fünf Missionen. Gelegentliche Rätsel lockern den Spielfluss auf, zudem stehen überall kaputtbare Objekte herum, für deren Zerstörung man Münz-Steinchen erhält. Und sterben unsere Helden einmal den Plastiktod, ist das auch kein Grund gleich den Controller in seine Einzelsteine zu zerlegen – denn in er Regel geht’s nur wenige Meter weiter vorne nahtlos weiter. Auch obligatorisch: Per Knopfdruck kann zwischen mehreren Helden gewechselt werden, die jeweils ein bestimmtes Talent besitzen, sodass nicht jede Figur jedes Rätsel lösen, oder jede Tür betreten kann. Soweit, so bekannt, doch nach sechs Jahren lockt diese Mischung in ihrer Rohform auch keinen Ewok mehr von seinem Baum herunter. Dessen war man sich offenbar auch bei Traveller’s Tales bewusst und spendierte dem nunmehr dritten Lego-Sternenkrieg einige interessante Neuerungen.

Die Offensichtlichste ist die Technik! Schlecht sahen die Legospiele auch in der Vergangenheit nicht aus, doch mit Lego Star Wars III zaubern die Entwickler eine lebhafte, detaillierte und vor allem knackscharfe SiFi-Welt auf die Bildschirme! Insbesondere auf PC und den HD-Konsolen machen die großzügig mit Polygonen versehenen Umgebungen und Figuren Eindruck. Doch auch auf Wii und 3DS protzt das Spiel mit klasse Lichteffekten und feiner Schärfe. Gerade der technisch noch etwas schwer zu beurteilende 3DS macht eine sehr ordentliche Figur, abgesehen von der Auflösung sieht das Spiel nicht allzu viel schwächer aus als in HD. Lediglich Nintendos normaler DS tut sich mit der Grafik wie zu erwarten etwas schwer. Hier wurde deutlich an Details gespart, die Lichteffekte sehen nur ansatzweise so gut aus, wie beim Nachfolger. Besonders schön: Obwohl die Spielwelt häufig für den Weg von links nach rechts konzipiert ist, bietet sie doch genug Tiefe um den 3D-Effekt den neuen 3DS schön zur Geltung kommen zu lassen. Auf dem Handheld gehört Lego Star Wars III zu den grafisch besten Starttiteln. Auch die Musik ist gewohnt klasse, da muss bei Star Wars nicht lange diskutiert werden. Und auch die witzigen Soundeffekte in den Zwischensequenzen – etwa quietschende Reifen, wenn ein Raumschiff bremst – passen und sind stimmig. Alles in allem also eine absolut gelungene Präsentation.

Inhaltlich verschlägt es euch dieses mal also in die Klonkriege. Das Spiel deckt die ersten beiden Staffeln der Animationsserie ab und bietet den lego-typisch leichten Einstieg. Hier unterschieden sich die Fassungen für die Heimkonsolen allerdings etwas von den Handhelds. Denn während im „großen“ Lego Star Wars das Spiel mit der Schlacht um Geonosis beginnt und zudem die Missionen weitestgehend frei gewählt werden können, sind die tragbaren Versionen sehr viel linearer – zudem startet das Spiel bereits während des Kriegs mit einer Mission rund um Yoda und einen Soldatentrupp. Eine weitere Neuerung bleibt ebenfalls den Heimkonsolen vorbehalten. In einer Art Strategiemodus übernehmt ihr gelegentlich die Kontrolle über ganze Armeen und fechtet somit große Massenschlachten aus – Basisbau inklusive. Einen ähnlichen Strategieeinschub hatte beispielsweise auch das PS3-Spiel Brütal Legend, und ebenso wie bei dem Heavy-Metal-Actioner ist dieses Element auch in der Lego-Welt nicht ganz unstrittig. Gerade die Steuerung der Truppen geht etwas fummelig von der Hand, teilweise übertreibt es das Spiel etwas mit dem Basisbau. Nichts desto trotz eine nette Abwechslung und ein Zeichen dafür, dass Traveller’s Tales sich bemühen, der Serie frischen Wind einzuhauchen. Warum nun aber ausgerechnet dieser Strategiemodus auf den Handhelds fehlt, wissen wohl ebenfalls nur die Entwickler. Auch der generelle Missionsumfang ist dort etwas abgespeckter, wobei im Gegenzug auch noch die Speicherfunktion limitiert wurde. Denn das Spiel speichert nur zu Beginn einer (locker mal 30 Minuten dauernden) Mission automatisch. Ganz so schlimm ist das allerdings nicht, denn im Zweifelsfall kann man den DS ja auch einfach Zuklappen und später weiterspielen. Sehr schlimm dagegen ist die dritte Kürzung: Der Mehrspielermodus. Seit jeher entfalteten die Lego-Spiele ihren wahren Spaßfaktor in den launigen Koop-Partien – der ist auf Nintendos Neuestem allerdings ersatzlos gestrichen worden! Auf den Heimkonsolen gibt es zwar nach wie vor keine Onlinefunktion, doch zumindest lokal können sich zwei Jedis wie gewohnt in die Schlacht stürzen.

Als Besonderheit unterstützt das Spiel die Street-Pass-Funktion des 3DS, zudem können mit den beim Laufen gesammelten Spielmünzen neue Charaktere gekauft werden.

Fazit

Lego Star Wars III: The Clone Wars bringt frischen Wind in die Reihe, ohne dabei von seinen Wurzeln abweichen zu müssen. Die Strategieschlachten sind nicht immer ganz gelungen, lockern den Jedi-Alltag aber dennoch auf. Die Grafik ist für ein Legospiel großartig, die Lichteffekte laden auf potenten Systemen zum staunen ein. Zudem stimmt der Umfang und vor allem zu zweit macht das Spiel einen Mordsspaß – vorausgesetzt man kann überhaupt zu zweit spielen, denn warum der Mehrspielermodus in den DS-Versionen der Schere zum Opfer fiel, ist eigentlich unerklärlich. Den etwas reduzierten Umfang kann man dagegen leichter verkraften, denn Lego Star Wars III ist auch in mobiler Form ein großzügig dimensionierter Spaß und trotz allem einer der besten Launchtitel des 3DS.

Screenshots

9 Kommentare zu „Im Test: Lego Star Wars III: The Clone Wars (Multi)“

  1. find diese ganzen lego sachen nich so prickelnd. vom gameplay her total langweilig.

    die sollten wieder so lego spiele wie damals machen. lego racer war geil. da konnte man sein eigenes auto bauen.
    diese filmumsetzungen sind alle identisch. da werden eigenlich nur texturen ausgetauscht xD

  2. Damit es wieder Streit und Aufregung gibt, weil wir wohlmöglich 0,5 Punkte daneben liegen oder skandalöserweise einen Award vergeben haben (oder nicht)? Nänä, dat gibbet nicht mehr! 🙂 Ich denke man kann sich vom Text schon ganz gut herleiten, ob das Spiel was taugt oder nicht. Und wenn es total super duper gut ist, gibt es ja unser Siegel. Das muss reichen. 😉

  3. Langsam aber sicher sehne ich mich nach ’ner aufgepowerten Nintendo-Konsole. Ich achte mittlerweile einfach so sehr auf Details, dass kleinste matschige Texturen total die Atmosphäre zerstören können. Außerdem ruckelt das Spiel ganz schön im Koop auf der Wii.

  4. Also die 3DS-Version sieht nicht wirklich besser aus als auf der Wii. Für nen Handheld-Spiel sieht die 3DS-Version wirklich gut aus und wahrscheinlich gleichwertig mit der Wii-Version, aber auch die ist nicht wirklich häßlich. 😉

    Die HD-Versionen hingegen sehen deutlich besser aus. Das dürfte natürlich klar sein, aber man merkt die Unterschiede schon recht deutlich.

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