Im Test: Conduit 2 (Wii)

Michael Ford is back! Zwei Jahre nachdem High Voltage das erste, zugegeben etwas trashige, Alieninvasion-Setting auf die Wii gebracht hat, folgt nun mit Conduit 2 der Nachfolger. Der erste Teil wusste trotz einiger Schwächen durchaus zu überraschen. Die Story knüpft nahtlos an den Vorgänger an, Steuerung und Mehrspielermodus wussten schon damals zu überzeugen. Bleibt diesmal nur zu hoffen, dass ordentlich an der Singleplayer-Kampagne rumgeschraubt wurde.

Diese Hoffnung wurde von High Voltage erfüllt. Für diejenigen unter Euch, die nicht wissen, worum es in Conduit geht: Man steckt in der Rolle des Spezialagenten Michael Ford. Im ersten Teil ballerte sich der Spieler gegen fiese, sich dank der KI aber auch sehr dümmlich verhaltende, Aliens durch Washington. Es stellt sich heraus, dass Fords Vorgesetzter John Adams eigentlich das Oberbösewicht-Alien in Menschengestalt ist. Allerdings findet man auch im Rebellenführer Prometheus (natürlich eigentlich auch Alien) einen Verbündeten. Am Ende des ersten Teils gelingt John Adams durch einen Conduit die Flucht. Conduits sind Portale, die einem „Stargate“ nicht sehr unähnlich sind.

Genau an dieser Stelle wird der Spieler in Conduit 2 ins Game geworfen. Michael Ford folgt Adams durch dieses Tor und landet auf einem Bohrplattform irgendwo im Ozean. Schon ist man mitten im Geschehen und nimmt die Verfolgung auf. Unterstützt wird mittlerweile auch Wii MotionPlus, was die Steuerung tatsächlich noch etwas präziser macht. Über das eigentliche Gameplay eines Ego-Shooters braucht man wohl nicht so viele Worte zu verlieren. Conduit 2 bildet in diesem Genre keine Ausnahme. Der Spieler kann zwei Feuerwaffen tragen, dazu ein gewisses Kontingent verschiedener Granaten. Das Waffenarsenal reicht von gewöhnlichen Handfeuerwaffen bis zu ziemlich abgefahrenen biogenetischen Alienwaffen. Diese leben zum Teil auch und geben seltsame Quiekgeräusche von sich, wenn man sie über die Hand stülpt. Außerdem steht dem Spieler wieder das ASA, auch „allsehendes Auge“ genannt, zur Verfügung. Mit diesem kugelförmigen Tool kann man die Umgebung einscannen, neue Waffen oder Verschwörungsobjekte finden. Für letztere gibt es neben Hintergrundinformationen zur Story auch Credits, die man dann im Shop gegen allerlei Hardware eintauschen kann. Ebenfalls kann man mit dem ASA Konsolen hacken um Türen zu öffnen oder Sicherheitsanlagen auszuschalten. Wer jedoch hofft, dass die Hackerei mit kleinen Geschicklichkeitseinlagen à la Bioshock oder Dead Space verbunden ist, der wird enttäuscht. Ein einfacher Buttonklick reicht und das war schon die ganze Zauberei.

Die Steuerung befindet sich nach wie vor auf sehr hohem Niveau. Die Buttons sind frei konfigurierbar – für die Freunde der klassischen Steuerung wird auch der Pad-Controller unterstützt, wobei die Wiimote-Variante in Punkto Genauigkeit jedoch klar die Nase vorn hat. Im Gegensatz zum Vorgänger verschlägt es den Spieler nun an viele verschiedene Schauplätze. Anstatt nur in DC herum zu dümpeln ist jetzt eher Roadmovie angesagt, denn Michael Ford jagt seinen Widersacher quer über unseren Planeten. Das konnte dem Spiel nur gut tun. Die mittlerweile weitaus vielseitigere Umgebung lässt sich teilweise als Deckung nutzen. So kann man in gepflegter Saloonmanier Getränkeautomaten und Tische umwerfen, um dahinter Schutz zu suchen. Leider haben es die Macher wieder versäumt dafür zu sorgen, dass Mr. Ford auch um die Ecke linsen kann. So muss man sich oftmals unnötig aus der Deckung raus bewegen und kassiert dabei ebenso unnötige Treffer. Die Gegner nutzen die Deckungsmöglichkeiten ebenso – was sie allerdings gerne öfter und sinnvoller tun könnten. Dafür schießen sie mittlerweile ganz passabel, was manchmal recht frustrierend sein kann, denn freies Speichern ist auch nach wie vor nicht möglich. Dadurch müssen einige Passagen leider mehrmals gespielt werden. Ein ziemlich hoher Nervfaktor.

Am Ende eines jeden Levels winkt ein Bossfight mit Schmackes. So ist es keine Schande, wenn man für den Endgegner des ersten Abschnitts mehr als nur einen Versuch benötigt. Wem der Singleplayer-Modus trotzdem irgendwann zum Hals heraus hängt oder wem der Anspruch fehlt, der kann sich lokal mit bis zu drei Gegnern auseinandersetzen oder sich in die große Online-Schlacht stürzen. Da liegen auch diesmal wieder die Stärken von Conduit 2 und auf den umfangreichen Maps bekommt der aktuelle Platzhirsch auf der Wii, Golden Eye, ganz schnell die Krone streitig gemacht.

Fazit

Conduit 2 ist ein Schritt nach vorne für High Voltage Software. Der Titel überrascht auf der Wii mit massig Sprachausgabe und permanenter Hintergrundaction. Die Steuerung ist gewohnt gut umgesetzt, die Kampagne hat an Umfang um einiges zugelegt und der Onlinemodus sorgt erneut für viele, viele Stunden Spielspaß. Vielleicht gelingt es ja der Softwareschmiede bei einem möglichen dritten Teil auf dem Wii-Nachfolger noch eine Schippe drauf zu legen. So könnte aus der Reihe etwas ähnlich Kultiges entstehen wie vielleicht Serious Sam – welches sich inhaltlich auf dem gleichen Trash-Level befindet.

Screenshots

2 Kommentare zu „Im Test: Conduit 2 (Wii)“

  1. Mir hat schon das erste Conduit überhaupt nicht gefallen. Vor allem wurde das Spiel ja als grafische Bombe angekündigt und sah auf vielen Screenshots auch echt so aus. Aber im fertigen Spiel war die Grafik einfach nur… naja, nicht wirklich super. Und die Screens vom 2. Teil sehen auch nicht viel besser aus. Der Artstyle wirkt einfach so… schlecht.

  2. Is aber schon besser als beim Vorgänger und gerade als Wii-User hat man schon wirklich viel schlechteren Grafikstil „bestaunen“ können. Was ja nicht heißen soll, dass es der Kracher schlechthin ist 😉

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