Angesehen: Lollipop Chainsaw (PS3, Xbox 360)

Stellt euch vor ihr wärt eine blonde, hübsche und beliebte Cheerleaderin an einer typischen amerikanischen High School und euer achtzehnter Geburtstag rückt näher. Wie genau stellt ihr euch diesen großen Tag vor? Vermutlich nicht so, wie Juliet Starlings achtzehnter Geburtstag in ein paar Monaten – wenn Lollipop Chainsaw erscheint – verlaufen wird.

Erwähnte Schülerin muss sich nämlich pünktlich zum Tag ihrer Volljährigkeit nicht mehr nur mit Lehrern, die ihr das Handy wegnehmen oder ihrem Lollipop-Nachschub herumschlagen, sondern auch mit Zombies. In solche haben sich fast alle ihre Mitschüler und Lehrer an der passend benannten San Romero High School verwandelt. Aber das ist für Juliet kein großes Problem, schließlich entstammt sie einer Familie von Zombiejägern und hat sogar eine Lieblingswaffe gegen die Untoten: eine Kettensäge mit Herzchen im Lauf.

Das klingt dermaßen abgedreht, dass sich einige bereits denken dürften, welcher kreative Kopf hinter Lollipop Chainsaw steht. Genau, niemand geringeres als Goichi „Suda51“ Suda, der bereits für Titel wie Killer7, No More Heroes und jüngst Shadows of the Damned verantwortlich war. Bei seinem neusten Werk erhält der etwas verrückte Japaner allerdings Unterstützung von Hollywood-Autor James Gunn, der unter anderem an dem Dawn of the Dead-Remake von 2004 beteiligt war. Gerade Fans von Zombiemetzelspielen dürfen sich über diese Zusammenarbeit und das gemeinsame Werk der beiden freuen. Darauf deuten zumindest die ersten während einer Präsentation auf der gamescom gezeigten Gameplay-Szenen. Dabei wurde live vor mehreren Pressevertretern ein Level sowie ein Bosskampf gespielt.

Sofort ist uns aufgefallen, dass neben der recht abgedrehten Story von Lollipop Chainsaw auch der Grafikstil für sich selbst steht. Statt Standard-HD-Grafik setzten die Entwickler von Grasshopper Manufacture auf einen bunten, knalligen Comic-Look. Das steht dem Spiel wirklich ausgezeichnet und gerade die Charaktermodell, wie zum Beispiel Juliet selbst, sahen richtig hübsch aus. Was auf Juliet in ihrem knappen Cheerleader-Kostüm wohl in zweierlei Hinsicht zutrifft.

Brutal ist Lollipop Chainsaw nur in gewisser Hinsicht, da an vielen Stellen statt Blut rosa Herzchen aus den Körpern der getöteten Zombies „herausspritzen“. Das passt allerdings perfekt zum sowieso schon abgedrehten Stil des Spiels und hat uns während der Präsentation nicht gestört. Immerhin ist Juliet immer noch eine junge Cheerleaderin an einer High School, die auf ganz normale Dinge steht. Wie eben die bereits erwähnten Lolipops. Diese sind nicht nur die Lieblingsnahrung der jungen Blondine, sondern stellen zugleich auch eure Lebensanzeige da. Gefüllt wird diese – wie sollte es auch anders sein – in dem ihr Lolipops in den Levels aufsammelt.

Aber wie genau sieht denn nun ein Level von Lollipop Chainsaw aus? Der uns gezeigte Abschnitt war in den Gängen von Juliets High School angesiedelt. Dabei kämpfte sie sich offenbar vollkommen linear durch Gänge und Klassenzimmer und musste immer wieder eine bestimmte Anzahl Zombies beseitigen, bevor sie weiter konnte. An manchen Stellen galt es aber auch noch nicht infizierte Mitschüler vor den Untoten zu retten. Schafft ihr dies nicht in einer bestimmten Zeit, verwandelt sich der eben noch um Hilfe schreiende ebenfalls in einen Zombie und greift euch an. Dabei sind diese nicht geretteten stärker als normale Zombies. Selbiges gilt auch für Zombies mit Namen. Dabei handelt es sich beispielsweise um Lehrer, wie in dem von uns gesehenen Level.

Neben solchen besonderen Zombies gibt es aber auch noch richtige Bosskämpfe. In dem von uns gesehenen Beispiel musste Juliet gegen einen Punk-Zombie antreten, der sich nicht nur mit Juliet unterhalten hat, sondern sie mit besonderen Attacken angegriffen hat. In diesem speziellen Fall mit seinem Gesang und seiner Musik. Der Kampf selbst lief in mehreren Phasen ab. Immer wenn eine abgeschlossen war, wurde eine kurze Sequenz eingeleitet in der Juliet ihren Kontrahenten mit ihrer Kettensäge den Garaus machen wollte, doch erst nach einigen Versuchen gelingt dies schließlich. Die Phasen unterschieden sich dabei teilweise recht stark, erfordern aber abgesehen von einigen Ausweichmanövern offenbar keine besonderen Taktiken.

Ersteindruck

Suda51 liefert mit Lollipop Chainsaw offenbar wieder einen Titel ab, der perfekt zum bisherigen Portfolio der japanischen Entwicklerlegende passt. Schön abgedreht, vollkommen skurril und dennoch wirklich interessant. Zumindest die Grundidee und das von uns bisher gesehene macht Lust auf mehr. Ob der Titel allerdings am Ende überzeugen kann und ob genug Abwechslung geboten wird, muss sich erst noch zeigen. Trotzdem sollten Zombie- und Suda51-Fans den Titel genauso im Auge behalten wie Freunde von abgedrehten Konzepten.

Screenshots

2 Kommentare zu „Angesehen: Lollipop Chainsaw (PS3, Xbox 360)“

  1. Das Spiel trifft genau meinen Geschmack. Die bunte Optik, sowie das abgedrehte Konzept gefallen mir ausgesprochen gut. Das ist echt mal was anderes, als der ganze typische Playstation-Einheitsbrei. Denke, das Spiel hat Potential und wird auf jeden Fall gut. Wie gut, muss sich noch zeigen. No More Heroes fand ich auch supi, wenn auch nicht optimal.

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