Im Test: X-Men Destiny (DS)

Filme mit Superhelden sind mal wieder so richtig in Mode. Passend dazu gibt es mit X-Men Destiny auch das passende Spiel für den Nintendo DS, welches zum aktuellen Kinofilm rund um Cyclops, Wolverine & Co auf den Markt kommt. Wir haben in unseren ausführlichen Test für euch herausgefunden, was das Spiel wirklich taugt…

Das Grundkonzept von X-Men Destiny ist eigentlich recht simpel gehalten und orientiert sich grob am Vorbild aus dem Kino. Der Frieden zwischen den Menschen und den Mutanten ist also ein weiteres Mal in Gefahr und offenbar ist der Bösewicht Magneto zusammen mit seinen Schergen dafür verantwortlich. Ihr schlüpft in dem Nintendo DS-Spiel in die Rolle des jungen Samuel, der gerade erst seine übernatürlichen Kräfte entdeckt hat. Von schräg oben blickt ihr dabei auf das Spielgeschehen und steuert euren Protagonisten mit dem Steuerkreuz des Nintendo DS. Ihr könnt dabei die verschiedenen Straßenabschnitte der Stadt erkunden, wobei die Wege relativ strikt vorgegeben sind und sich nur wenige Abzweigungen finden lassen. Wege in die Mutantensiedlung sind dabei von Sicherheitskräften versperrt und engen euren Freiraum deutlich ein. In den Weg stellen sich euch dabei relativ generisch wirkende Gegner, die anfangs noch recht einfach zu besiegen sind. Interessant ist dabei die Tatsache, dass in kleinen Comicsequenzen, in denen jeweils ein X-Men mit einem seiner Widersacher aufeinander trifft, von euch Entscheidungen verlangt werden. Diese haben direkten Einfluss darauf, inwiefern sich eure übernatürlichen Kräfte entwickeln. Die Entscheidungen werden euch dadurch erleichtert, dass euch auf dem Touchscreen bereits angezeigt wird, welche Änderung sich bei euren Kräften ergeben. Logisch ist das zwar nicht immer, doch bringt es etwas Abwechslung ins ansonsten eher eintönige Gameplay.

Eure erste Entscheidung legt dabei fest, ob ihr künftig mit Projektilen um euch feuert und dafür im Nahkampf schwächer seid oder ob ihr zur wahren Kampfbestie werdet, die ordentliche Hiebe austeilen kann. Konstant sammelt ihr übrigens für das Besiegen von Gegnern Erfahrungspunkte. Pro jeder aufgestiegenen Stufe dürft ihr dabei an diversen Wegpunkten, wo ihr auch das Spiel speichern könnt, die Punkte auf verschiedene Werte verteilen. Neben eurer Kraft- sowie der Energieleiste für die übernatürlichen Spezialkräfte werden dabei nach und nach noch Sonderfertigkeiten freigeschaltet, die euch beispielsweise stärkere Angriffe bescheren. Durch ein Aufleveln dieser Attacken wie im Rollenspiel könnt ihr ihnen zusätzliche Effekte wie einen Rückstoß oder Feuerschaden auf Zeit verleihen. Sind normale Angriffe dabei immer ausführbar, verbrauchen die speziellen Attacken immer ein Stück eurer Energieleiste. Eure besiegten Gegner hinterlassen allerdings fast jedes Mal ein paar violette und grüne Rauten, die euch die Kraft- und Energieleisten jeweils wieder etwas auffüllen. Zudem lassen sich auch in den Arealen immer wieder Items finden, die euren Leisten füllen. Wer regelmäßig speichert, startet übrigens nach einem Ableben vom letzte Speicherpunkt aus mit voller Kraft. Da der Schwierigkeitsgrad in X-Men Destiny nicht sonderlich hoch angesetzt ist, dürften halbwegs erfahrene Spieler den Titel binnen wenigen Stunden durchgespielt haben. Sammelbar sind dabei zudem auch diverse Kostümteile, bei denen pro Kostüm vier Teile in den einzelnen Levels verstreut sind. Außer einer anderen Optik verleihen die anderen Kostüme Samuel dabei noch diverse Vorteile in der ein oder anderen Eigenschaft, die man sich zunutze machen kann. Es ist somit durchaus sinnvoll, nicht nur die Aufgaben der Story zu verfolgen, sonden auch die Nebenquests zu erledigen.

Hier jedoch wäre schon etwas mehr Abwechslung wünschenswert gewesen. Egal wie es in der Geschichte verpackt wird, im Prinzip ist es hier immer gleich: Laufe zu Punkt A und vermöble Gegner B. Danach laufe zu Punkt C und vermöble dort wieder ein paar Gegner des Typen B. Auf einer Karten werde euch dabei in Form von goldenen und silbernen Aufrufezeichen jeweils die Gebiete angezeigt, in denen Haupt- und Nebenquests gelöst werden können. Die Orientierung fällt somit relativ leicht und man hat keine Probleme damit sich auf der Karte zurecht zu finden. Abgesehen von ein paar langwierigeren Laufwegen kommt man somit im Spiel relativ flott voran. Eine Nachlässigkeit der Programmierer kann man dabei ebenfalls noch ausnutzen, denn sofern ihr Projektile schießen könnt, trefft ihr eure Gegner auch schon, wenn diese noch nicht im Bildschirm sind. Ihr hört das am Sound, dass ihr eure Widersacher bereits trefft, sie aber noch nicht auf euch schießen könnt. An vielen Stellen im Spiel funktioniert dieser Trick und macht besonders das Besiegen von Selbstschussanlagen zum Kinderspiel. Ärgerlich dagegen ist, dass man bei jedem Schlag stehen bleibt und nicht weiterlaufen kann. Das lässt das Spiel wesentlich träger wirken, als es hätte sein müssen.

Aus technischer Sicht ist X-Men Destiny ein zweischneidiges Schwert geworden. Die Sequenzen, in denen euch die Geschichte präsentiert wird, sind nämlich überaus gelungen. Comicszenen werden wie im Comicheft aneinander geschnitten, sind farbenfroh gehalten und toll gezeichnet. Die Spielgrafik selbst wirkt dagegen in vielen Momenten oftmals absolut trist und öde. Die einzelnen Szenerien sind langweilig gestaltet und lassen die Details vermissen. Egal ob man sich auf den Straßen, im Gefängnis oder im Labor aufhält, schnell hat man die eintönig wirkenden Locations satt. Die wenigen verschiedenen Gegnertypen wiederholen sich schnell und hätten mehr Animationsphasen vertragen können, damit sie lebendiger und realistischer erscheinen. Das Verhalten eurer Kontrahenten ist zudem teils sehr fragwürdig indem sie euch mal angreifen, dann wieder davon laufen und in eine vollkommen andere Richtung feuern. Die durchschnittlichen Soundeffekte und der treibende, aber eher eintönig Soundtrack, können ebenfalls keine wirklichen Akzente setzen. Hier wäre mit mehr Aufwand deutlich mehr möglich gewesen.

Fazit

Mit seiner Mischung aus Action und einigen Rollenspielelemente hätte gepaart mit der passenden Lizenz aus X-Men Destiny eigentlich ein nettes Spiel werden können. Leider wurde allerdings an der Abwechslung gespart, so dass sich die an den Spieler gestellten Aufgaben schnell wiederholen. Trotz freischaltbarer Kostüme hat man somit bald das Gefühl, dass man immer dieselben Quests erledigt und die spielerische Abwechslung zu kurz kommt. In Kombination mit der mittelmäßigen Technik des Spiels können hier selbst die gelungenen Storysequenzen in Comic-Optik den Titel nicht mehr über den Durchschnitt hieven. Wirklich Spaß werden bestenfalls die hartgesottene Fans der Mutanten mit dem Spiel haben.

3 Kommentare zu „Im Test: X-Men Destiny (DS)“

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