Im Test: Resident Evil Revelations (3DS)


Der Horror ist zurück! Mit Resident Evil Revelations bringt Capcom einen exklusiv für Nintendo 3DS entwickelten Horror-Titel, der nicht nur eine eigene Storyline aufweist, sondern mit dem Circle Pad Pro auch Nintendos neues Zubehör unterstützt, welches dem 3DS ein zweites Slidepad spendiert. Wir haben uns für euch erneut schocken lassen und berichten nun davon, wie uns der neueste Streich rund um die Zombiejäger Jill Valentine und Chris Redfield gefallen hat…

Obwohl Resident Evil 5 weltweit ein voller Erfolg für Capcom war, gab es nicht gerade wenige Fans der ersten Stunde, die den Titel scharf kritisierten. Man bemängelte, dass man sich vom gruseligen Flair der früheren Teile komplett entfernt und stattdessen in erster Linie auf geballte Action setzen würde. Von daher war die weltweite Fangemeinde umso gespannter, was man in Resident Evil Revelations auf dem 3DS geboten bekommen würde. Nachdem man mit Resident Evil: The Mercenaries 3D den hungrigen Fans quasi nicht viel mehr als ein Minispiel zum Vollpreis spendierte, diesem aber eine kurze Demo von Resident Evil Revelations beilegte, war nun also die Zeit für das komplette Spiel gekommen. Bereits von der ersten Minute an macht Capcom dabei klar, dass sie den 3DS-Ableger als ernst zu nehmenden Teil der Serie ansehen. Jill Valentine und ihr Partner Parker sind an Bord das Luxuskreuzers Queen Zenobia unterwegs, während ein Gewitter wütet und die See aufwühlt. Die Atmosphäre ist hier bereits gigantisch und erinnert trotz der anderen Lokalität nicht wenige Male an die Ursprünge der Serie im alten Herrenhaus. Türen sind teils mit Symbolen verziert, die sich offenbar nur dann öffnen lassen, wenn man den passenden Schlüssel dazu gefunden hat. Blitze zucken am Himmel und tauchen die leeren Gänge der Queen Zenobia in ein gespenstisches Licht, während man hinter jedem Geräusch eine Bedrohung vermutet und nur darauf wartet, dass sich hinter der nächsten Ecke ein fieser Zombie verbirgt.

Darauf könnt ihr allerdings lange warten, denn zumindest Zombies haben in Resident Evil Revelations lange ausgedient. Stattdessen werdet ihr mit den sogenannten BOWs – Bio Organic Weapons – konfrontiert, die etwas flotter als Zombies unterwegs sind, ihre Klauen und Zähne aber ebenso gerne in menschliches Fleisch bohren. Diese erinnern dank ihres teils etwas glitschigen Äußeren an eine Mischung aus Mensch und Meeresbewohner. Doch auch alte Bekannte trefft ihr immer wieder, wie beispielsweise die gefürchteten Hunter, die sich diesmal sogar kurz unsichtbar machen können. Wilde Wölfe gehören ebenfalls zu euren Feinden und sollten ähnlich wie die mutierten Hunde schnell aus dem Weg geräumt werden, bevor sie euch im Rudel anfallen. Da eure Protagonisten aber in der Zeit seit dem ersten Teil nicht untätig waren, können sie mittlerweile nicht nur beim Zielen mit der Knarre auch weiterhin laufen, sondern Angriffen sogar ausweichen. Das Spielgefühl in Resident Evil Revelations ist somit weitaus flüssiger und nicht mehr so steif wie in den ersten Teilen der Serie. Eure mutierten Widersacher vertragen dabei mal mehr, mal weniger Blei. Genügend Nachschub findet ihr dabei zumindest zu Beginn des Spiels dank einer neuen Ausrüstung, die euch bereits im zweiten Spielabschnitt am Strand erklärt wird: Der Genesis Scanner. Mit diesem Gerät könnt ihr eure Umgebung scannen und versteckte Gegenstände sowie geheime Handabdrücke finden, die Abzeichen freischalten. Scannt ihr Gegner ein, könnt ihr deren DNA-Code analysieren. Für jeweils 100% erhaltet ihr dabei ein grünes Heilkraut. Das mag zwar von der Logik her recht sinnfrei erscheinen, bringt euch aber dazu den Scanner immer wieder einzusetzen. Neu ist auch, dass man seine Waffen nun in verschiedenen Stufen mit diversen Upgrades ausstatten kann. Sehr praktisch ist dabei die Tatsache, dass man die Upgrades niemals fest an eine Waffe bindet, sondern diese später jederzeit an einer Ausrüstungskiste an einer anderen Waffe montieren kann. Bastelfreunde werden sicherlich ihre Freude an dieser Funktion haben.

Dank der Verwendung des Touchscreens ist es übrigens blitzschnell möglich, zwischen den Waffen zu wechseln. Da ihr ohnehin neben der Haupt- noch eine Zweitwaffe wie das Messer oder BOW-Granaten mit euch führen dürft, seid ihr ohnehin recht gut auf die drohenden Gefahren vorbereitet. Die Steuerung eurer Protagonisten funktioniert an und für sich recht gut, wenngleich man sich zu Beginn ein wenig daran gewöhnen muss, dass man sich nur mit gehaltenen L-, bzw. R-Tasten beim Zielen auch umsehen und bewegen kann. Mit ein wenig Übung geht die Steuerung allerdings bald schon recht passabel von der Hand. Dennoch ist man meist etwas vorsichtig, wenn man um die nächste Ecke schleicht und es kommt hin und wieder vor, dass beim Angriff eines Gegners in einem engen Gang die Übersicht verloren geht. Resident Evil Revelations ist jedoch auf das Circle Pad Pro ausgelegt. Mit dem zweiten Analogstick kann das Game seine volle Power ausspielen. Auch hier ist zwar eine kurze Eingewöhnungszeit notwendig. Dann kommt man allerdings wunderbar mit der Steuerung zurecht. Durch den zweiten Analogstick wirkt das Spielgefühl mit einem Mal deutlich flüssiger und die Beklommenheit aufgrund der Steuerung etwas eingeengt zu sein, verschwindet vollkommen.

Die Geschichte von Resident Evil Revelations wird euch dabei in Episoden erzählt. Diese beginnen in der Regel mit einem kurzen Rückblick auf die letzten Ereignisse. Gerade für ein Spiel auf einem Handheld ist das durchaus praktisch, da man so unterwegs das ein oder andere Kapitel spielen und das Game danach pausieren kann. Macht man mit dem Titel weiter, werden so immer noch einmal die wichtigsten Ereignisse zusammengefasst und man verliert nie den roten Faden. Das ist durchaus wichtig, denn Resident Evil Revelations springt in den einzelnen Episoden von einem Schauplatz zum nächsten, lässt euch Situationen in der Vergangenheit spielen und bringt dabei neben Jill und ihrem Partner Parker auch Serien-Veteran Chris Redfield nebst seiner neuen Kollegin Jessica sowie weitere neue Protagonisten mit ins Spiel. Euer Partner ist dabei zwar meist an eurer Seite und versucht euch auch im Kampf zu unterstützen, den Großteil der Arbeit müsst ihr allerdings stets selbst erledigen. Immerhin steht er euch aber nie sinnlos im Weg herum. Munter gewechselt wird übrigens auch zwischen ruhigeren Passagen und Action-Einlagen, in denen vornehmlich geballert werden darf. Man kehrt also nicht komplett zurück zu den Ursprüngen der Serie, zeigt diese jedoch immer wieder auf und vermischt alles mit einer gehörigen Prise Ballerei. Aufgelockert wird die Sache durch das ein oder andere Rätsel, welches allerdings meist nicht sehr anspruchsvoll ist. Andere Gameplayelemente wie das Bedienen von Geschütztürmen oder das Öffnen eines Sicherheitsschlosses kommen dagegen selten vor, sind jedoch ebenfalls eine willkommene Abwechslung.

Wer die gut zehn Stunden Horror und Action überstanden hat, darf sich auf den sogenannten Raubzugmodus freuen. Über die lokale Verbindung mit einem Kumpel vor Ort oder übers Internet geht man hier mit einem zweiten Spieler kooperativ auf Beutejagd und muss sich verschiedenen Gegnerwellen stellen. Durch sein separates Levelsystem, lassen sich in diesem Spielmodus getrennt vom Hauptspiel neue Level erreichen, neue Waffen freischalten und Modifikationen für die erstandenen Waffen erhalten. Die im Raubzugmodus verdiente Kohle darf ebenfalls im speziell dafür entwickelten Shop ausgegeben werden, um die eigene Ausrüstung zu optimieren. Gepaart mit der Tatsache, dass man auch über Streetpass Achievements austauschen und durch die Erfüllung dieser Sonderaufgaben in beiden Spielmodi Boni bekommen kann, zeigt sich, dass Capcom in diesem Bereich ganze Arbeit geleistet hat.

Auch in technischen Belangen kann man den Entwicklern kaum etwas vorwerfen. Resident Evil Revelations ist zweifelsohne eines der bestaussehendsten Spiele auf dem 3DS, die wir bislang zu Gesicht bekommen haben. Der 3D-Effekt ist an vielen Stellen beeindruckend, wenngleich es hin und wieder je nach Stärke des Effekts zu einem leichten Ghosting kommen kann. Stellt man den 3D-Effekt dagegen aus – und nun kommen wir zu einem weiteren Novum – haben sich die Entwickler tatsächlich ins Zeug gelegt und die zusätzliche Rechenpower des Handhelds in dieser Situation für ein besonders schönes Anti-Aliasing genutzt. Nahezu vorbei sind dann die Zeiten des Treppcheneffekts, was der gesamten Optik einen sehr sauberen und polierten Look verleiht. Die gut modellierten Charakeremodelle und die stimmungsvollen Locations tragen ebenfalls viel zum hervorragenden Eindruck des Titels bei. Die tollen Lichteffekte sorgen für eine dichte Atmosphäre und wissen ebenfalls zu gefallen. Abgerundet wird Resident Evil Revelations von seinem tollen Sound. Die musikalisichen Kompositionen sind zwar nicht das Highlight der Serie, dennoch allerdings sehr stimmungsvoll und stets zur Situation passend. Die Soundeffekte untermalen das Geschehen passend und man hat sich sogar die Mühe gemacht, erstmals einen Teil der Serie komplett auf Deutsch zu synchronisieren. Zwar mag hier nicht jede Stimme überzeugen, dennoch merkt man, dass hier professionelle Sprecher am Werk waren. Wer mag, kann dabei aber auch jederzeit auf die italienische, spanische, französische, englische und sogar die japanische Version der Sprachausgabe umschalten – sehr löblich!

Fazit

Capcom hat mit Resident Evil Revelations nicht nur demonstriert, was man technisch aus Nintendos 3D-Handheld herausholen kann, sondern zeigt mit dem Titel auch eindrucksvoll, wie der optimale Spagat zwischen den Anfängen der Serie und dem letzten Ableger, der vornehmlich auf Action setzte, aussehen kann. Die stimmungsvollen Locations erinnern an die Glanzzeiten der Serie, neue Elemente wie der Scanner oder die Modifikationen für die einzelnen Waffen bringen dagegen frischen Wind ins Spiel. Funktioniert die klassische Steuerung recht passabel, geht mit dem Circle Pad Pro dagegen alles wunderbar flüssig von der Hand. Dafür kann man auch darüber hinwegsehen, dass in Resident Evil Revelations dank neuem Virus nicht auf Zombies, sondern auf schleimige Meereswesen geballert wird. Gruselspaß ist jedenfalls trotzdem garantiert.

Screenshots

Hinweis: Die Screenshots in diesem Artikel stammen von Capcom. Sie geben die Grafikqualität glaubhaft und nach unserer Meinung ungeschönt wieder.

2 Kommentare zu „Im Test: Resident Evil Revelations (3DS)“

  1. Oh wow, das Güteklassesiegel hätte ich mir nicht erwartet.
    Die Demo hat mir auf jeden Fall sehr gut gefallen, wird mal billiger geholt 🙂
    Hoffe so nebenbei auf ein baldiges Kid Icarus Review, das hat ja recht gemischte Kritiken

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