Im Test: Tekken 3D: Prime Edition (3DS)


Bereits früh entbrannte auf dem 3DS der Kampf um den Prügelthron. Während Super Street Fighter IV 3D Edition diesen vom Launch an inne hielt, versuchte Dead or Alive: Dimensions nur kurze Zeit später einen beinahe erfolgreichen Angriff. Nun schickt Namco mit Tekken 3D: Prime Edition einen weiteren Genrevertreter ins Rennen. Wir haben für euch die virtuellen Fäuste gezückt und verraten euch, wer das Duell gewinnt…

Schon vom Sprung in die dritte Dimension bei den Prügelspielen waren die verschiedenen Lager gespalten: Während eine Seite die realistisch gehaltenen Duelle eines Virtua Fighter bevorzugte, fanden andere dagegen die fantastischen Duelle mit Waffen der Soul Calibur-Serie wesentlich spektakulärer. Namco konnte dagegen mit der damals ins Leben gerufenen Tekken-Serie ebenfalls viele Fans für sich gewinnen, punktete man doch mit schnellem Gameplay, geschickt platzierbaren Combos und ein paar netten Effekten. Das ist nunmehr 18 Jahre her, die Serie ist erwachsen geworden und hat neben einigen Ablegern für die verschiedenen Playstation-Konsolen mittlerweile auch ihren Weg als mobile Version auf den 3DS gefunden. Nach dem Spielstart dürft ihr euch dabei zuerst einmal entscheiden, ob ihr das Spiel starten oder lieber den ebenfalls auf dem Modul enthaltenen Animationsfilm Tekken: Blood Vengeance 3D anschauen wollt. Dieser bietet euch 92 Minuten lang feinste Animationskunst mit vielen Actionsequenzen, einer anfangs etwas wirren Geschichte und einem grandiosen Finale. Dabei ist die Sprachausgabe zwar nur auf Englisch verfügbar, ihr könnt allerdings jederzeit deutsche Untertitel einblenden lassen.

Wer sich dagegen lieber aktiv ins Kampfgeschehen stürzt, entscheidet sich für das Starten des Spiels. Hier werdet ihr in einem recht übersichtlichen Menüs von ein paar wenigen Spielmodi begrüßt, die auf den ersten Blick ziemlich ernüchternd wirken. Neulinge sollten ein paar Runden im Trainingsmodus drehen und sich dort die einzelnen Moves ihrer favorisierten Charaktere aneigenen. Danach geht es in den Survival Kampf, wo ihr anfangs zuerst gegen fünf Gegner am Stück antreten müsst. Ihr habt dabei nur eine einzige Kampfrunde und eure einmal verlorene Energie regeneriert sich nach jeder gewonnenen Runde nur zu einem kleinen Teil. Sind die ersten fünf Gegner besiegt, erfolgt eine Punkteabrechnung und ihr schaltet die nächste Stufe frei, wo ihr nun gegen zehn Gegner am Stück bestehen müsst. So wird der Survival Modus nach und nach anspruchsvoller. Zeitgleich schaltet ihr hier durch Erfolge die so genannten Tekken Karten frei, von denen es insgesamt 765 Stück an der Zahl gibt. Diese Karten sind ein wenig vergleichbar mit den Statuen aus Super Street Fighter IV 3D Edition  und dienen als Sammelobjekte, um euch länger der Stange zu halten. Drei freigeschaltete Karten dürft ihr dabei für den Streetpass-Modus wählen und mit den Zufallsbekenntschaften austauschen.

Der Modus Schneller Kampf steht für den klassischen Arcade Modus. Hier tretet ihr gegen insgesamt zehn andere Kämpfer an und versucht, erfolgreich zu sein. Hin und wieder könnt ihr hierbei Rangkämpfe absolvieren, die euch im Falle des Erfolges in einem Kämpferrang steigen lassen. Auf eine Story wurde hierbei allerdings komplett verzichtet. Natürlich kann man damit argumentieren, dass man in der mobilen Version des Spiels in erster Linie die Kämpfe genießen möchte. Tekken war aber schon immer eine Serie, die für ihre gelungenen CGI-Sequenzen berühmt war. Dass man nun nicht mal mehr einen kurzen Abspann pro Fighter spendiert bekommt, ist schon ziemlich schwach. Stark dagegen ist der Zweikampf geworden. Hier tretet ihr entweder lokal oder übers Internet gegen einen menschlichen Spieler an. Die Duellpartner lassen sich dabei online recht schnell finden. In der Regel hat man dabei auch eine flotte Verbindung und kann viel Spaß im direkten Duell haben. In einer weltweiten Rangliste könnt ihr dabei stets euren aktuellen Rang einsehen.

Schade ist, dass es keine weiteren Spielmodi gibt, sondern es an dieser Stelle bereits vorbei mit der Herrlichkeit ist. Immerhin hat man es geschafft, dass Gameplay nahezu 1:1 auf den Handheld zu übertragen. Mit zwei Punches und zwei Kicks könnt ihr in Kombination mit den verschiedenen Richtungen recht schnell die ersten überzeugenden Combos vom Stapel lassen. Gesteuert werden darf dabei wahlweise mit dem Slidepad oder dem digitalen Steuerkreuz. Auf dem Touchscreen befinden sich vier virtuelle Buttons, mit denen man per Berührung vorgefertigte Combos auslösen kann. Die L- und R-Taste schalten ebenfalls zwischen den normalen Attacke und einer auf die Tasten gelegten Combo um, was besonders Anfängern den Einstieg ins Spiel erleichtert. Profis müssen diese Vereinfachung dagegen nicht nutzen, so dass jeder sicherlich das für ihn passende Gameplay bevorzugen kann. Da dem Spieler von Beginn an alle 40 Charaktere frei zur Verfügung stehen, kann man sich sofort seine Favoriten auswählen und deren Movepalette auswendig lernen. Das sorgt zwar dafür, dass man sich seinen Lieblingscharakter unter Umständen nicht erst freispielen muss. Auf der anderen Seite fehlt so auch der Reiz, für bestimmte Errungenschaften im Spiel mit einem neuen Charakter belohnt zu werden.

Technisch hat man seitens Namco Bandai recht viel richtig gemacht. Die einzelnen Recken sind sauber animiert und weisen einige Details auf. Diese wirken vor allem in den Siegessequenzen recht plastisch und gelungen. Die Hintergründe sind etwas karg und statisch, dafür wirkt der Tiefeneffekt dank 3D richtig klasse. Man hätte sich zwar durchaus etwas mehr Action in den Stages selbst gewünscht. Dafür läuft das Kampfgeschehen aber absolut flüssig mit 60 FPS ab, was auf jeden Fall ein Lob verdient. In Sachen Sound hat man für die Serie typische Hintergrundmelodien mit ins Spiel gebracht. Die Mischung aus Nippon-Pop, Techno-Metal und einer jodelnden Heidi auf dem Berg mag vielleicht nicht jedem gefallen, passt aber optimal zum Spielgeschehen. Abgerundet wird das Spiel mit passenden Soundeffekten, bei denen vor allem die Kampfgeräusche und die kurzen, knackigen Sprüche der einzelnen Recken gefallen.

Fazit

Den Sprung auf den Handheld hat Namcos Vorzeigeprügler ohne größere Blessueren überstanden. Die Prügelkrone kann man dabei allerdings nicht an sich reißen, denn dafür bietet man zu wenig Spielmodi. Da man auch auf jeglichen Fetzen einer Story verzichten muss, wirkt Tekken 3D Prime Edition etwas karg. Das durch die Bank flüssige Kampfgeschehen gefällt zwar, hier wäre aber mit etwas mehr Feinschliff deutlich mehr drin gewesen. So greifen Genrefans natürlich trotzdem zu. Wer aber noch keinen Prügler für seinen 3DS hat, ist mit Super Street Fighter IV 3D Edition oder Dead or Alive: Dimensions besser bedient.

Screenshots

Hinweis: Die Screenshots in diesem Artikel stammen von Namco Bandai/Nintendo.

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